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Autor: Andrea Sabani
Autor: Andrea Sabani

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert: 21. Mai 2021

Inhalt:
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    Nikotinsucht

    Einfach und simpel erklärt

    Fakt: Die Lebenserwartung von starken Rauchern liegt rund 10 Jahre unter dem Durchschnitt. Allein in Deutschland sterben täglich etwa 300 und jährlich ca. 140.000 Menschen aufgrund von Krankheiten, die durch den Konsum von Tabak ausgelöst wurden.

    Die Nikotinsucht zu beenden kann zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Wir möchten ausführlich aber dennoch in verständlicher Sprache über die Nikotinabhängigkeit aufklären.

    Nikotinsucht in einem Satz erklärt:

    Die Nikotinsucht beschreibt eine körperliche aber auch psychische Abhängigkeit von Nikotin und dem Rauchen.

    nikotinsucht-erklaert

    Kurze Fragen & Antworten

    Suchtpotenzial von Nikotin

    Nikotin gehört zu den am schnellsten Sucht erzeugenden Substanzen überhaupt. Für den Eintritt der körperlichen Abhängigkeit reichen wenige Zigaretten bzw. ein paar Tage des Konsums aus. Bereits  die erste Zigarette verursacht Vergiftungserscheinungen im Körper.

    Nikotin hat zum einen eine psychostimulierende Wirkung wie Amphetamin und Kokain und stößt zum anderen die gesamte Breite von Neuromodulatoren im Gehirn an.

    Das beim Inhalieren von Tabakrauch freigesetzte Nikotin gelangt erst in die Lunge und anschließend ins Blut. Im Gegensatz zu vielen anderen Giftstoffen besitzt Nikotin die Eigenschaft, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, sich schon sieben Minuten später an die Nervenzellen des Gehirns zu heften und deren Aktivität zu beeinflussen.

    Dadurch wird im mesolimbischen System (positives Belohnungszentrum) der Botenstoff Dopamin (Neurotransmitter) freigesetzt und somit eine positive Empfindung ausgelöst.

    Es entsteht ein hohes Verlangen nach erneutem Rauchen, denn sobald die stimulierende Wirkung nachlässt, treten die typischen Entzugserscheinungen wie Unruhe, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit auf.

    Folgen der Nikotinsucht

    Zu den kurzfristigen Folgen gehören eine erhöhte Herzfrequenz sowie erhöhte Blutdruckwerte, Kurzatmigkeit und Erektionsstörungen.

    Rauchen verursacht aber auch Mangelerscheinungen und Vitamindefizite und wirkt sich somit negativ auf das Immunsystem und den gesamten Organismus aus.

    Regelmäßiges Rauchen (wie auch Passivrauchen) kann langfristig folgen haben.

    Die bekanntesten Folgen vom Nikotinkonsum: 

    Nikotin wirkt direkt auf das Gehirn und beeinflusst den Neurotransmitter Dopamin. Dieser Botenstoff vermittelt aktiviert das Belohnungssystem und damit einhergehende Glücksgefühle. Der Körper reagiert beim Rauchen also mit einem Wohl-, und Glücksgefühl. Der Köper gewöhnt sich an diesen Effekt und erzeugt Entzugserscheinungen wenn dieser Stoff nicht in Regelmäßigkeit zugeführt wird. 

    Neben den Entzugserscheinungen des Körpers, beeinflussen auch verhaltensfördernden Effekte die Nikotinsucht. Rauchen die Eltern, nehmen Kinder dies als Vorbildfunktion (wenn auch unterbewusst) wahr. Auch die unbewusste Wahrnehmung in Social Media oder in Kinofilmen, kann uns beeinflussen. 

    Wie lange ein Rauchentzug dauert ist sehr unterschiedlich. Manche Personen sind bereits nach wenigen Tagen, andere nach mehreren Wochen und andere erst nach einigen Monaten von der Nikotinsucht erlöst. 

    Die Entzugserscheinungen sind den ersten Tagen nach dem Rauchstopp am stärksten, lassen meist nach 3 bis 7 Tagen etwas nach. Bis keine Entzugserscheinungen mehr auftreten, kann es bis zu 12 Wochen oder noch länger dauern. Manche Personen bilden sich ein ein Leben lang noch insgeheim das Gefühl des Rauchens zu vermissen. 

    Was passiert wenn die Nikotinsucht beendet wird?

    Die ersten positiven Auswirkungen vom Rauchstopp machen sich bereits nach 20 Minuten bemerkbar. Der Herzschlag, die Körpertemperatur und der Blutdruck sinken auf die Werte von einem Nichtraucher. Nach zwei Tagen verbessert sich auch schon der Geschmacks- und Geruchssinn.

    Mit der Zeit normalisiert sich die Durchblutung und die Lungenkapazität. Das Risiko für Lungenkrebs und andere Erkrankungen, die durch den Tabakkonsum verursacht werden können, sinkt umso mehr, je länger die Nikotinsucht zurückliegt.

    So wird etwa das Gefäßverschluss-, Herzinfarkt- und Schlaganfallsrisiko von Tag zu Tag seit Beginn des Rauchstopps vermindert. Natürlich wirkt sich die Nikotinentwöhnung auch positiv auf den Geldbeutel aus, aber auch die körperliche Aktivität, die Psyche und das Hautbild verbessern sich.

    20 Minuten

    Der Nikotinkonsum erhöht den Blutdruck und die Herzfrequenz. Bereits 20 Minuten ohne Zigarette, können diese Werte sich wieder erholen.

    12 Stunden

    Der Kohlenmonoxidspiegel im Blut sinkt wieder ab. Der der Kohlenmonoxidgehalt, wie auch der Blutsauerstoff kann wieder steigen. 

    2 Tage

    Die Geschmacksnerven verbessern sich. Gerüche wie auch Geschmäcker werden intensiver wahrgenommen. Auch die körperliche Leistungsfähigkeit steigt an.

    2 – 12 Wochen

    Das Risiko auf einen Herzinfarkt sinkt, der Kreislauf stabilisiert sich. Die Durchblutung ist verbessert, die Herzfrequenz ist ruhiger und auch die Sauerstoffwerte & Lungenfunktionen sind verbessert. 

    1 – 9 Monate

    Husten, Atemnot und Verstopfungen in der Nassennebenhöhle verringern sich. In dieser Zeit reinigt sich mittels Schleimabbau auch die Lunge. Die Infektionsanfälligkeit verringert sich.

    1 Jahr

    Das Risiko auf Herzerkrankungen ist ein Jahr ohne Nikotinkonsum mittlerweile halbiert. 

    5 Jahre

    Das Schlaganfallrisko ist gesunken. Natürlich ist dies Abhängig davon wieviel geraucht worden ist. Aber auch das Risiko auf eine Krebserkrankung sinkt. 

    10 Jahre

    10 Jahre ohne Nikotin sinkt das Lungenkrebsrisiko auf den Wert herab, den auch ein lebenslanger Nichtraucher haben kann. 

    15 Jahre +

    Wenn Sie 15 Jahre lang auf Nikotin verzichtet haben, kann das Risiko an Herzerkrankungen zu erleiden, so weit herabsinken, wie wenn Sie nie geraucht hätten. 

    Entwöhnung der Nikotinsucht

    Wenn ein Raucher für eine längere Zeit kein Nikotin bekommt, verlangen die entsprechenden Rezeptoren danach. Die Symptome machen sich besonders in der ersten Woche nach dem Rauchstopp bemerkbar, doch das Verlangen geht in den folgenden Monaten zurück.

    Vielen Rauchern fällt der Ausstieg leichter, wenn sie auf Entwöhnungshilfen zurückgreifen. Mit Mittel wie Nikotinkaugummis, –pflastern, -sprays oder -tabletten können nämlich die körperlichen Symptome gelindert werden.

    Allerdings spielt auch die psychische Abhängigkeit eine große Rolle bei der Entwöhnung. Die meisten Raucher spüren in bestimmten Situationen oder bei gewissen Handlungen einen verstärkten Drang, eine Zigarette zu rauchen.

    Daher stellt die Kombination aus einer medikamentösen Behandlung gegen die Nikotinsucht und psychotherapeutischen Maßnahmen, für viele die beste Möglichkeit dar.

    Häufigsten Methoden gegen Nikotinsucht

    Zu den erfolgsversprechenden Methoden gehören die Nikotinersatztherapien, die Verhaltenstherapien und die medikamentöse Unterstützung. Mittlerweile setzen auch viele Nikotinsüchtigen auf E-Zigarette, anfangs mit Nikotin, im späteren Verlauf ohne Nikotin

    Es ist zudem nützlich, einige Gewohnheiten zu ändern und ein paar Tricks im Alltag zu beachten, um die Nikotinsucht langfristig zu beenden. Methode wie Akkupunktur oder Hypnose finden seit dem es Medikamente und E-Zigaretten gibt kaum noch Beachtung. 

    Nikotinsucht mit Ersatzprodukten beenden

    Zu der Nikotinersatztherapie gehören Produkte wie Pflaster, Kaugummis und Lutschatabletten oder auch E-Zigaretten. Diese Produkte beinhalten Nikotin als Wirkstoff und vermeiden oder mildern die Entzugserscheinungen. Der Nachteil ist klar: Der Körper wird weiterhin mit Nikotin versorgt. 

    Häufig ist es dem Abhängigen selbst überlassen wann er komplett auf das Nikotin in den Ersatzprodukten verzichtet. Rückschläge durch zu schnelles absetzen sind keine Seltenheit.

    Verhaltenstherapien gegen die Nikotinsucht

    Bei Verhaltenstherapien soll das Rauchverhalten erkannt und durch andere genussvolle, jedoch gesündere Alternativen ersetzt werden. Meistens handelt es sich um kognitive Verhaltenstherapien, deren Wirkung durch zahlreiche Studien belegt wurde.3Behavioral and cognitive effects of smoking: relationship to nicotine addiction | doi.org

    Medikamente gegen die Nikotinsucht

    Mit der medikamentösen Unterstützung können die Entzugssymptome und das Verlangen nach Rauchen abgemildert werden. Champix stimuliert beispielsweise die entsprechenden Rezeptoren und imitiert somit die Wirkung von Nikotin. Das Medikament kommt aber ohne Nikotin aus und hat laut Erfahrungsberichten und Studien sehr hohe Erfolgsquoten.

    Champix gegen Nikotinsucht online bestellen

    Champix gilt als das effektivste zugelassene Medikament gegen Nikotinsucht und kann von Ärzten auch über eine Online Diagnose verschrieben werden.

    1. The effect of tobacco cessation on weight gain, obesity, and diabetes risk | First published: 29 August 2016 | doi.org
    2. Cognitive Effects of Nicotine: Recent Progress Curr Neuropharmacol. 2018 May; 16(4): 403–414. | doi.org
    3. Behavioral and cognitive effects of smoking: relationship to nicotine addiction | doi.org
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