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Autor: Daniela Schreiber
Autor: Daniela Schreiber

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert: 7. Juli 2020

Was ist Hirsutismus? Einfach & verständlich erklärt

Eine vergleichsweise unbekannte Erkrankung, die in den Bereich der Hauterkrankungen fällt, ist Hirsutismus. Dieses für Männer typische Behaarungsmuster umfasst vor allem den Haarwuchs an Oberlippe, Wange, Armen, Rücken und Bauch. 

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    hirsutismus

    Was genau bedeutet Hirsutismus?

    Als Hirsutismus wird eine verstärkte Körperbehaarung bei Frauen bezeichnet, die an für Männer typischen Stellen auftritt. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „haarig“ (hirsutus).

    Wie erkennt man Hirsutismus?

    Hirsutismus wird im Allgemeinen so definiert, dass die von der Erkrankung betroffenen Frauen unter auffälliger Gesichtsbehaarung leiden. Diese vermehrte Behaarung macht sich insbesondere im Bereich des Kinns und der Oberlippe bemerkbar.

    Während sich Männer an einer solchen Behaarung nicht stören oder sich diese sogar wünschen, leiden die meisten betroffenen Frauen stark unter dem vermehrten Haarwuchs.

    Genau aus diesem Grund handelt es sich beim Hirsutismus um eine Krankheit und nicht nur um ein rein optisches Problem.

    Um eine klare Grenze ziehen zu können, wann es sich um eine Erkrankung und wann nur um ein kleines kosmetisches Problem handelt, wird der sogenannte Ferriman-Gallwey Index als Messgröße genutzt. Gemessen wird hier das Haarwachstum bei Frauen, sodass eine Aussage darüber getroffen werden kann, wann es sich um Hirsutismus handelt.

    Um mithilfe des Index ein Ergebnis ermitteln zu können, wird das Haarwachstum zunächst an bestimmten Körperstellen gemessen.

    Zu diesen Körperstellen zählen:

    Für jede Körperstelle wird dann auf einer Skala zwischen null und vier bewertet, wie stark der jeweilige Haarwuchs ist. Dabei steht null auf der Skala für keinen übermäßigen Haarwuchs, während man bei vier von übermäßigem Haarwuchs sprechen kann, der nach männlichem Muster vorliegt.

    Auf Basis des Index sowie medizinischer Untersuchungen kann dann entschieden werden, ob der Hirsutismus leicht, gemäßigt oder stark ist.

    Welche Ursachen hat der Hirsutismus?

    Es gibt verschiedene Ursachen, die zum Hirsutismus führen können. Zu nennen sind hier in erster Linie bestimmte körperliche Ursachen, aber auch die Einnahme verschiedener Medikamente kann eine Ursache sein. Darüber hinaus kommen noch genetische Faktoren infrage.

    Hormonelle Ursachen

    In vielen Fällen ist die Ursache des Hirsutismus im Bereich der Hormone der betroffenen Frau zu finden.

    In diesem Fall entsteht der übermäßige Haarwuchs dadurch, dass eine Überproduktion von Androgenen stattfindet. Das wohl bekannteste Androgen als männliches Hormon ist das Testosteron. Haben Frauen ein zu hohes Maß dieses männlichen Hormons, kann dies zu einer verstärkten Behaarung führen.

    Wird der weibliche Körper in besonders hohem Ausmaß mit Androgenen versorgt, ist also eine massive Überversorgung vorhanden, so wird dies als „Andrenogenitales Syndrom“ bezeichnet. Neben dem männlichen Hormon kann ein relativ hoher Kortisonspiegel ebenfalls eine Ursache des Hirsutismus sein.

    Medikamentöse Ursache

    Neben den zuvor angeführten Hormonen kann Hirsutismus nicht selten auch durch verschiedene Medikamente verursacht werden.

    Falls Sie also unter der Krankheit leiden, sollten Sie zunächst einmal überprüfen, ob Sie vielleicht Medikamente einnehmen, die als mögliche Ursache bekannt sind.

    Zu diesen Arzneimitteln zählen zum Beispiel Dopingmittel bzw. Medikamente mit einem hohen Androgengehalt, Kortison, Ciclosporin (zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen), das Anti-Epileptikum Phenytoin sowie Spironolacton, welches bei Herzinsuffizienz und Leberzirrhose eingesetzt wird.

    Körperliche und psychische Auswirkungen

    Die körperlichen Auswirkungen des Hirsutismus sind recht eindeutig und klar zu definieren, denn das Krankheitsbild macht sich stets durch eine vermehrte Behaarung sichtbar.

    Der vermehrte Haarwuchs tritt vor allen Dingen im Gesicht auf, kann sich aber auch an verschiedenen Stellen am Körper äußern.

    Deutlich schwerwiegender sind die psychischen Auswirkungen, die durch die Erkrankung verursacht werden können.

    Viele der betroffenen Frauen leiden sehr darunter, dass sie nicht dem Schönheitsideal entsprechen können, sondern sie fühlen sich nicht selten durch die vermehrte Gesichtsbehaarung regelrecht entstellt.

    Daraus können durchaus schwerwiegende psychische Erkrankungen resultieren, die dann mit anderen Medikamenten und Therapien behandelt werden müssen.

    1. Hirsutismus – www.endokrinologie.net – DGE
    2. Ursachen, Anzeichen, Medikamente, Kosmetik bei Hirsutismus | www.netdoktor.de
    3. Hirsutismus: Störende Körperhaare | Apotheken Umschau
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