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Autor: Thomas Meiser
Autor: Thomas Meiser

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert: 25. Mai 2020

Syphilis Anzeichen & Behandlung

Syphilis wird auch "harter Schanker" oder "Lues" genannt. Die Bakterien übertragen sich vor allem über den Geschlechtsverkehr.

Bei Syphilis handelt es sich um eine Krankheit, die sexuell von einem bereits infizierten Partner übertragen werden kann. Verursacht wird die Krankheit durch das Bakterium Treponema pallidum.

Anfangs macht sich die Geschlechtskrankheit durch gerötete Geschwüre im Mund- oder Genitalbereich erkennbar.

Des Weiteren können genauso die Lymphknoten bei infizierten Menschen anschwellen. Wenn die Krankheit unbehandelt wird, verläuft sie in mehreren Stadien.

Allerdings ist bei Syphilis eine Spontanheilung in den ersten zwei Stadien möglich.

Darüber hinaus kann Syphilis in einer chronischen Erkrankung übergehen, wenn die Therapie ausbleibt. Ein unbehandelter Syphilis kann außerdem tödlich verlaufen.

Inhalt:
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    Syphilis Erklärung im Video:

    syphilis

    Verlauf von Syphilis (Stadien)

    Wird Syphilis nicht behandelt, so durchläuft sie insgesamt vier Stadien. Besonders in den ersten zwei Stadien kann Syphilis für andere Menschen ansteckend und somit gefährlich sein. Bis sich die Krankheit zeigt, können im übrigen 2 bis 3 Wochen vergehen. 

    Stadium 1

    In der Nähe der Eintrittsstelle treten die ersten Symptome immer auf. Dabei kann auf die Eintrittsstelle ein Fleck entstehen, der eine dunkelrote Farbe aufweist. Dieser Fleck entwickelt sich anschließend in einem Geschwür, das verhärtete Ränder hat. Dieses gibt sodann eine Flüssigkeit ab, in der sich viele Krankheitserreger befinden.

    Stadium 2

    Im Körper breitet sich die Krankheit ,,Syphilis“ nach der Ansteckung etwa acht Wochen später aus. Dabei sind die Patienten in diesem Stadium von einem Hautausschlag betroffen, der dem Aussehen der Masern gleicht.

    Stadium 3

    In diesem Stadium kommt es zu verhärteten und gummiartigen Knötchen. Diese wachsen anschließend zu Geschwüren zusammen.

    Stadium 4

    Ist der Patient in dem vierten Stadium angelangt, so tritt Syphilis in das zentrale Nervensystem über. Das kann zu enormen gesundheitlichen Schäden bei einem Menschen führen, da es bei einer Nichtbehandlung zu einer chronischen Gehirnentzündung kommen kann. Weltweit sind etwa 25 Prozent von dieser chronischen Entzündung des Gehirns betroffen. Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, können einen geistigen Abbau erleiden und sind meistens ebenfalls von einer Demenz betroffen.

    Ansteckung mit Syphilis

    Bei Syphilis handelt es sich um eine Infektionskrankheit, deren Übertragung beim ungeschützten Geschlechtsverkehr stattfindet.

    Übertragen wird die Krankheit durch einer infizierten Person auf die nichtinfizierte beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Ansteckung mit Syphilis ist genauso durch Anal– und Oralverkehr möglich. Menschen, die besonders häufig ihren Geschlechtspartner wechseln, sind am meisten von dieser Krankheit betroffen. Nichtsdestotrotz kann Syphilis genauso durch das Küssen übertragen werden.

    In der Regel hat die infizierte Person ein kleines Geschwür oder ein Bläschen in der Mundhöhle. Dafür muss der Partner eine kleine Verletzung in der Schleimhaut haben, damit die Ansteckung durch das bloße Küssen erfolgen kann. Auch verunreinigte Blutkonserven können die Übertragung von Syphilis möglich machen.

    Deshalb werden in Deutschland alle Blutkonserven vorerst auf Syphilis getestet, bevor sie anschließend dem Patienten verabreicht werden.

    Im Übrigen besteht bei Drogenabhängigen eine Ansteckungsgefahr. Vor allem kommt das zustande, indem das Sitzbesteck mit infiziertem Blut in Kontakt gekommen ist. Allerdings gibt es genauso die angeborene Syphilis. Frauen, die schwanger sind und mit der Geschlechtskrankheit infiziert sind, können diesen Erreger auf das ungeborene Kind ab dem 5. Schwangerschaftsmonat übertragen.

    So zeigt sich die Ansteckung

    Sollten sich die Symptome von Syphilis direkt zeigen, so sind es häufig Geschwürbildungen an Stellen in denen der Erreger Kontakt hatte. Beispielsweise den Schamlippen oder dem Penis.

    Inkubationszeit

    Die Inkubationszeit ist der zeitliche Abstand zwischen den ersten Symptomen und der Ansteckung mit dem Erreger.

    Die Zeitspanne kann bei dieser Geschlechtskrankheit zwischen 10 und 90 Tagen variieren.

    Im Durchschnitt kann aber damit gerechnet werden, dass die Krankheit innerhalb von zwei bis drei Wochen ausbricht. Patienten, die sich noch im ersten Syphilis-Stadium befinden, sind hoch ansteckend.

    Im zweiten Stadium fällt die Ansteckungsgefahr etwas geringer aus. Im dritten und vierten Stadium kann die Krankheit von den infizierten Personen nicht an die gesunden Menschen übertragen werden.

     

    syphilis-symptome-anzeichen

    Symptome von Syphilis

    Bei etwa der Hälfte aller an Syphilis erkrankten Personen, verläuft die Infektion asymptomatisch. Mit anderen Worten bedeutet das, dass die betroffenen Personen keine Beschwerden entwickeln. Die andere Hälfte wiederum hat Symptome.

    Im Grunde genommen kann man sagen, dass sowohl Frauen als auch Männer von gleichen Symptomen betroffen sein können. Hier kann nur die betroffene Stelle variieren, an welcher die ersten Anzeichen der Krankheit ausgebildet wurden.

    Ein weiteres Symptom ist der Haarausfall, der in den meisten Fällen aber Männer betrifft und erst in den späteren Stadien auftreten kann. Unterteilen lässt sich die Krankheit in insgesamt vier Stadien. Die ersten zwei Stadien werden als Frühsyphilis bezeichnet, die anderen beiden als Spätsyphilis. Die Zeitabstände zwischen den Stadien sind vom Patienten abhängig, da nicht jeder gleich auf die Krankheit reagiert.

    Symptome im ersten Stadium:

    Menschen, die sich mit Syphilis über Oralverkehr anstecken, bekommen das Geschwür entweder in der Mundhöhle, den Lippen oder im Rachen. Beim Analverkehr, wird dieses im Enddarm oder am After gebildet.

    Syphilis-Knötchen, die nicht in der Genitalregion entstehen, können für die betroffenen Menschen sehr schmerzhaft sein.

    Zuerst ist das Knötchen ein rötlicher, kleiner Fleck, der sich in zwei Wochen zu einem flachen und scharf begrenzten Geschwür entwickeln kann. Dieses hat sodann einen derben Rand und ist gelblich. Dabei wird eine Flüssigkeit abgesondert, die farblos ist und hoch infektiös ist, da in dieser viele Syphilis-Erreger enthalten sind.

    In den nächsten Wochen kommt es zur Schwellung der Lymphknoten in der Nähe des Geschwürs. Diese sind nicht schmerzhaft und können sich hart anfühlen. Das Geschwür kann etwa innerhalb von sechs Wochen von allein wieder abheilen.

    Die Lymphknotenschwellung wiederum kann auch bis zu Monaten bestehen bleiben. Wird das erste Stadium nicht behandelt, so kann sich schnell das zweite Stadium entwickeln.

    Die Symptome im zweiten Stadium:

    Das zweite Stadium tritt ungefähr nach vier bis zehn Wochen auf. Dabei breitet sich der Syphilis-Erreger über die Lymph- und Blutbahnen im Körper aus.

    Auf der Haut können anfänglich rötliche und nicht juckende Flecken auftauchen. Aus diesen können nach einigen Tagen Knötchen entstehen.

    Darüber hinaus können die Symptome in der Mundhöhle entstehen, wobei sich die Schleimhaut stark verändern kann.

    Außerdem ist die Schwellung der Mandeln möglich. Bei manchen Menschen können die Haare an manchen Stellen ausfallen. Die Krankheit kann nach dem zweiten Stadium zu einem Stillstand kommen.

    Zwar befindet sich in dieser Zeit der Erreger weiterhin im Körper, zeigt aber keinerlei Symptome. Nach einiger Zeit bricht die Krankheit erneut als Spätsyphilis aus.

    Symptome von Syphilis im dritten Stadium:

    Im dritten Stadium ist nicht nur die Haut, sondern auch die Schleimhaut und die inneren Organe betroffen.

    Im Körper befinden sich nun viele Geschwüre, die langsam wachsen. Gefährlich kann es sein, wenn die Krankheit die Hauptschlagader-Wand beschädigt.

    Da die Wand an dieser Stelle der Aorta dünn ist, kann diese sehr leicht platzen. Reißt die Aorta, verliert der Patient viel Blut und kann in Folge darauf innerlich verbluten.

    Das vierte und gefährlichste Stadium:

    Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann sich eine Entzündung im zentralen Nervensystem ungefähr in zehn bis zwanzig Jahren entwickeln. Dabei wird von Neurosyphilis oder Neurolues gesprichen. Die Entzündung kann das Rückenmark oder das Gehirn betreffen.

    Wird von Syphilis der Rückenmark befallen, kann die Bewegungskoordination gestört werden oder die Reflexe ausfallen.

    Genauso sind in den Beinen und Unterbauch stechende Schmerzen möglich. Impotenz kann ein weiteres Symptom sein. Viele erkrankte Menschen können die Entleerung von Darm oder Blase nicht mehr unter Kontrolle halten.

    Einige können sogar eine Hirnhautentzündung entwickeln, wodurch die Hirnnerven geschädigt werden.

    Die Folgen der Hirnnerven-Schädigung können sein:

    Wird von der Krankheit das Gehirn befallen, entsteht eine chronische Gehirnentzündung. Dabei können die betroffenen Patienten eine Gedächtnis- oder Konzentrationsstörung entwickeln oder ihre Persönlichkeit verändern.

    Darüber hinaus sind epileptische Anfälle, Depressionen oder Wahnvorstellungen möglich. Wird die Gehirnentzündung nicht behandelt, kann der Patient innerhalb von fünf Jahren versterben.

    Behandlung von Syphilis

    Je früher mit der Therapie begonnen wird, umso höher sind auch die Chancen, dass Syphilis geheilt werden kann.

    Behandelt man die Erkrankung bereits in den ersten beiden Stadien mit Antibiotika, so besteht eine große Chance, dass Syphilis ohne weitere Folgen geheilt werden kann.

    Selbst im dritten Stadium kann eine Heilung mit großem Erfolg verlaufen. Allerdings muss im tertiären Stadium mit Organschäden gerechnet werden. Diese lassen sich leider nicht mehr rückgängig machen und bleiben das ganze Leben lang.

    Im letzten Stadium sieht die Prognose jedoch sehr schlecht aus. Die Heilung ist zwar möglich, erfolgt aber selten ohne bleibende Schäden.

    Arztbesuch gilt als notwendig

    Aus diesem Grund ist es besonders wichtig bei bemerkbaren Symptomen sofort einen Arzt aufzusuchen.

    Dieser kann dann bei einer Kontrolle feststellen, ob es sich bei der Erkrankung um Syphilis handelt oder nicht. Wichtig ist, von etwaigen Naturheilmitteln Abstand zu halten. Der Arzt kann ein geeignetes Antibiotikum verschreiben und Sie durch den Heilungsprozess beraten und begleiten.

    Beachten Sie unbedingt, dass Sie die Finger von illegalen Antibiotika, die ohne Rezept im Internet angeboten werden, Abstand nehmen sollten. Gefälschte Medikamente können zu Verschlimmerung der Krankheit führen.

    Syphilis Behandlung im späten Stadium

    Ärzte behandeln Syphilis mit Antibiotika genauso in den späteren Stadien. Allerdings wird bei Spätsyphilis den Patienten das Penicillin gespritzt. Bei einer bestehenden Penicillinallergie werden sowohl die Kurzinfusion als auch die Tabletteneinnahme um einige Tage verlängert.

    Beispielsweise wird vor allem Neurosyphilis über zwei Wochen lang von Ärzten direkt im Krankenhaus behandelt. Dabei erhalten die Patienten das Antibiotikum in einer höheren Dosierung direkt in die Vene gespritzt. Durch die Verabreichung von Penicillin bewirkt man, dass der Erreger schnell zerfällt und Giftstoffe freigesetzt werden.

    Durch den schnellen Zerfall der Erreger und den Giftstoffen, die freigesetzt werden, können nach Beginn der Behandlung körperliche Reaktionen einsetzen.

    Körperliche Reaktionen:

    Die heftigen Reaktionen werden mit Kortison, das entzündungshemmend wirkt, behandelt. Die Sexualpartner der angesteckten Personen müssen sich genauso auf Syphilis testen und anschließend mitbehandeln lassen.

    Durch regelmäßige Kontrollen prüfen die Ärzte, ob die Behandlung von Syphilis ihren Erfolg gezeigt hat.

    1. What to know about syphilis | medicalnewstoday.com
    2. The Tuskegee Timeline – U.S. Public Health Service Syphilis Study at Tuskegee | cdc.gov
    3. Infos zu: Was ist Syphilis? – Deutsche Aidshilfe e.V. | aidshilfe.de

    Bildquelle: one photo | Artemida-psy | Shutterstock.com

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