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Autor: Patrick Mikic
Autor: Patrick Mikic

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert:

Operationen gegen Fettleibigkeit

Operative Eingriffe sind für Fettleibige Personen oft der letzte Ausweg. Damit eine Operation erfolgen darf, müssen einige Faktoren erfüllt werden. Außerdem sind Operationen gegen Fettleibigkeit mit erheblichen Risiken verbunden und sie sollten daher nur in Erwägung gezogen werden, wenn alle anderen Methoden gescheitert sind.

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    operation-magenbypass-fettleibigkeit

    Wissenswertes über Operationen bei Fettleibigkeit

    Es gibt mittlerweile eine Auswahl an unterschiedlichen Magen-Operationen, die stark adipösen Personen angeboten werden bieten können. Eine alleinige Operation reicht allerdings oft nicht aus. Um die Gesundheit dauerhaft zu verbessern, muss der Patient auch willens sein, seine Essgewohnheiten und Lebensstil zu ändern.

    Der Klassiker: Die Fettabsaugung

    Die Fettabsaugung ist eine sogenannte Schönheitsoperation und nicht für adipöse Personen geeignet.

    Bei einer Fettabsaugung können nur etwa 4 bis maximal 6 Liter Fett abgesaugt werden. Daher ist eine Fettabsaugung für stark übergewichtige, ein unnötiges Risiko ohne wirklich ersichtlichen Erfolg.

    • Besonders da bei stark übergewichtigen Menschen höhere Risiken als bei Normalgewichtigen Menschen bestehen.

    Andererseits wird das abgesaugte Fett in der Regel direkt wieder angesetzt, da sich durch diesen Eingriff weder das Magenvolumen oder der Stoffwechsel verändern, noch die Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden.

    Zudem können die wirklichen Gefahren mit dieser Operation nicht vermieden werden, da die innere Verfettung der Organe die größte Bedrohung darstellt und nicht das äußerlich angesetzte Körperfett.

    Magenband Operation

    Die Magenband-Operation ist mit etwa 1500 Eingriffen im Jahr, eine der gängigsten Methoden in der Adipositas-Chirurgie. Hierbei wird ein Silikonband um den Magen gelegt, sodass ein kleiner Teil des oberen Magens vom Restmagen abgetrennt wird.

    Dadurch sammelt sich die Nahrung erst in dem kleinen Vormagen an und kann nur sehr langsam in den Restmagen rutschen. Der Patient ist daher schneller satt und er ist auch nicht in der Lagegroße Nahrungsmengen zu sich zu nehmen.

    Das Band kann bei Bedarf enger oder weiter gestellt werden, um die aufzunehmende Essensmenge zu verringern oder zu vergrößern.

    • 60% der Operierten verlieren durch den Eingriff in einem Jahr zwei Drittel ihres Übergewichts.

    Um einen erneutes Übergewicht zu verhindern, bleibt das Band auch nach einer starken Gewichtsreduktion lebenslang im Körper, was den Lebensstil und die Essgewohnheiten der betroffenen Person stark beeinträchtigt.

    Es können immer noch kalorienreiche Flüssigkeiten getrunken werden und somit kann dennoch eine positive Energiebilanz hergestellt werden.

    Es ist nicht möglich, große Mengen zu verzehren und das Essen muss sorgfältig gekaut werden, um durch die Magenschlinge zu passen und somit Schmerzen zu vermeiden. Das Band kann außerdem mit der Zeit nach oben oder nach unten rutschen und Magenbereiche abklemmen.

    Schlauchmagen Operation

    Als Schlauchmagen wird die operative Verkleinerung des Magens bezeichnet.

    Dabei werden große Teile des Magens entfernt und der Restmagen wird mit einer Klammernaht wieder verschlossen.

    Somit verringert sich der Appetit des Betroffenen, ohne dass die Beweglichkeit des Magens beeinträchtigt wird. Schlauchmagen Patienten können daher einfacher verdauen, als Menschen mit einem Magenband.1Schlauchmagen | Wikipedia

    Außerdem wird bei der Operation die Produktionsstätte eines wichtigen Hormons entfernt, welches das Hungergefühl steigert und das Sättigungsempfinden vermindert.

    Der Magen kann sich wieder ausdehnen, wenn der Patient weiterhin viel isst. Außerdem besteht jederzeit das Risiko, dass die Klammernaht nach dem Eingriff blutet oder löst.

    Magenbypass Operation

    Der Magenbypass ist der am häufigsten verwendete Adipositas-Eingriff.

    Der Magenbypass gilt als die beste operative Methode gegen Fettleibigkeit. Dabei wird der Magen verkleinert und der Darmtrakt so umgebaut, dass geringere Mengen an Nährstoffen aufgenommen werden können. Dafür wird zuerst der Magen operativ verkleinert und dann direkt mit dem Dünndarm verbunden.4Magen-Bypass: welche Op ist die beste? | Ärzte Zeitung

    Somit wird bei der Verdauung der Zwölffingerdarm umgangen und dieVerdauungssäfte werden erst viel später dazu geleitet. Der Körper kann die Nahrung schlechter zerlegen und scheidet größere Mengen davon aus. Patienten verlieren etwa 75% ihres Übergewichts infolge dieser Operation.

    Die Betroffenen müssen nach dem Eingriff auch lebenslänglich Mineralstoff- und Vitaminpräparate zu sich nehmen, da durch die schlechte Nährstoffverwertung auch Mangelerscheinungen auftreten. Diese Mangelerscheinungen könnten sonst unter anderem zu Blutarmut, Osteoporose oder Haarausfall führen.

    Wie auch bei anderen sogenannten malabsorptiven Verfahren besteht beim Magenbypass zudem die Gefahr, dass die Nahtstellen zwischen Magen und Darm platzen.

    Kosten & Übernahme durch die Krankenkassen

    Die Kosten der Operationen gegen Fettleibigkeit hängen von dem gewählten Operationsverfahren und auch von derLänge des stationären Aufenthaltes ab.

    Die Krankenkassen bezahlen die Kosten, insofern ein Gutachten vorgelegt und akzeptiert wurde.

    In der Regel muss der Patient folgende Bedingungen erfüllen, damit die Krankenkasse die Kosten des Eingriffs übernimmt:

    • BMI größer 40 kg/m2 oder BMI größer 35 kg/m2 mit Adipositas bedingten Begleiterkrankungen (In Ausnahmefällen kann der BMI auch unter 35 liegen)
    • Über drei Jahre lang bestehendes Übergewicht
    • Lebensalter zwischen 18 und 65 Jahren
    • Keine bestehende Schwangerschaft
    • Ausschluss schwerer Stoffwechselerkrankungen
    • Der Patient muss zuvor mindestens zwei ärztlich kontrollierte Abnahmeversuche, wie etwa Kuren, Rehabilitationen oder ärztlich kontrollierte Diäten, durchgeführt haben
    • Psychosomatische oder endokrinologische Ursachen für das Übergewicht müssen ausgeschlossen sein
    • Schwere Stoffwechsel- oder Suchterkrankung müssen ausgeschlossen sein

    Video von Dr. med. Bernd Kroes und einer Schlauchmagen Patientin:

    1. Schlauchmagen | Wikipedia
    2. Experten-Netzwerk-Adipositas | Hilfe bei Diät und Abnehmen | experten-netzwerk-adipositas.de
    3. Magenverkleinerung und Magenbypass | Apotheken Umschau
    4. Magen-Bypass: welche Op ist die beste? | Ärzte Zeitung
    5. Pfunde loswerden: Fettabsaugung ist nichts für Dicke | rundschau-online.de
    6. Practical Recommendations of the Obesity Management Task Force of the European Association for the Study of Obesity for the Post-Bariatric Surgery Medical Management | ncbi.nlm.nih.gov
    7. Is obesity a reason to avoid joint replacement surgery? | health.harvard.edu
    8. Adipositas-Chirurgie: Operationen als letzter Ausweg | STERN
    9. Adipositas-Chirurgie: OP gegen Übergewicht | NDR.de
    10. Adipositaschirurgie | Universitätsklinikum Tübingen
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