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Autor: Patrick Mikic
Autor: Patrick Mikic

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert:

Was gibt es für rezeptpflichtige Appetitzügler?

Appetitzügler werden von Ärzten ab einem BMI von 30 verschrieben. Appetitzügler werden aufgrund starker Nebenwirkungen allerdings selten verschrieben. Häufiger wird dagegen ein Fettblocker wie Xenical verordnet. 

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    appetitzuegler

    Was gibt es für Appetitüzgler?

    Grundsätzlich können Appetitzügler in zwei Gruppen eingeteilt werden, rezeptfreie & rezeptpflichtige Appetitzügler.

    Während rezeptfreie Appetitzügler in jeder Apotheke oder auch in Drogeriemärkten zu erwerben sind, wird für die verschreibungspflichtigen Appetitzügler ein gültiges Rezept benötigt. 

    • Die verschreibungspflichtigen Appetitzügler haben zwar eine deutlich intensivere, aber auch neben-wirkungsreichere Wirkung.

    Deshalb sollten verschreibungspflichtige Appetitzügler auch ausschließlich unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Insbesondere die Blutdrucksteigende Wirkung kann bei Übergewichtigen Menschen zu unerwünschten Wechselwirkungen führen.

    Wer unter Bluthochdruck leidet, was eine häufige Nebenerkrankungen von Fettleibigkeit ist, sollte diese Appetitzügler nicht einnehmen. Auch Diabetiker und Menschen die unter einer Essstörung leiden, erhalten keine ärztliche Verordnung für Appetitzügler wie beispielsweise die  Amfepramonhaltigen Medikamente.

    Wirkstoff: Amfepramon

    Der Wirkstoff Amfepramon gehört zu der Gruppe der Alpha-Sympathomimetika. Der Wirkstoff ist in den Medikamente Tenuate und Regenon enthalten. 

    • Regenon enthält 25mg Amfepramon welche sofort einsetzen.
      Es werden maximal 3 Kapseln an einem Tag eingenommen. Vielen Patienten genügt es eine Kapseln morgens zu sich zu nehmen.
    • Tenuate Retard enthält 75mg Amfepramon und wirkt schleichend.
      Die Wirkung setzt nach etwa einer Stunde ein und hält ca 8 bis 12 Stunden lang an. Es soll maximal eine Kapseln täglich eingenommen werden.

    Nachgewiesen wurde bislang lediglich eine kurzanhaltende Wirkung in Bezug auf die Reduktion des Gewichtes. Der Wirkstoff setzt durch die Bindung an Alpha-Rezeptoren des zentralen Nervensystems in Kraft. 

    Wirkstoff: Alvalin

    Alvalin enthält den Wirkstoff Cathin und unterstützt das Abnehmen insofern, als es den Appetit im Rahmen einer Diät zügeln kann. Auch dieses Präparat wird ausschließlich an Patienten als effektiver Appetitzügler verschrieben, die einen Body Mass Index von 30 oder größer haben.

    Die Behandlung mit diesem Präparat sollte unter ärztlicher Aufsicht durch einen Mediziner, der erfahren im Umgang mit übergewichtigen Patienten ist, erfolgen. 

    Bevor dieser verschreibungspflichtige Appetitzügler verordnet wird, untersucht der Arzt üblicherweise, ob eine andere Erkrankung als Ursache für das Übergewicht in Frage kommt. Auch hier sollte die Einnahme durch eine Umstellung der Ernährung, ein Sportprogramm sowie gegebenenfalls durch eine psychotherapeutische Behandlung ergänzt werden.

    Alvalin sollte nicht dauerhaft eingenommen werden, so wird als Behandlungsdauer ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen, maximal drei Monaten, empfohlen. Stellt sich nach drei bis vier Wochen kein Abnehm-Effekt ein, ist ein Abbruch der Behandlung anzuraten.

    Wirkstoff: Naltrexon & Bupropion

    Ein weiteres, relativ neues Appetitunterdrückendes Medikament nennt sich „Mysimba“. Darin sind die Wirkstoffe Naltrexon und Bupropion enthalten.

    Der Wirkstoff Bupropion ist bereits bekannt. Bupropion wurde in dem Medikament „Zyban“ welches gegen Nikotinsucht verschrieben worden ist, verwendet. Mittlerweile ist dieses Medikament nicht mehr zugelassen.

    Bei Mysimba arbeiten die Wirkstoffe ebenfalls mit dem Gehirn und dem Belohnungssystem zusammen. Das Medikament gilt in den Medien noch als umstritten, da die Nebenwirkungen sehr stark ausfallen können.

    Der stark einsteigende Blutdruck, kann besonders bei übergewichtigen Menschen, welche häufig bereits unter Bluthochdruck leiden, für beunruhigende Begleiterscheinungen sorgen. Der Risiko-Nutzen Faktor lohnt sich hier nur wenig.

    Alternative verträgliche Appetitzügler

    Immer wenn eine appetitunterdrückende Wirkung statt finden soll, spielt auch das Gehirn mit. Schließlich wird unser Appetit im Gehirn auch ausgelöst.

    Appetitzügler wirken dabei entweder auf das Hungerzentrum oder das Sättigungszentrum ein, die sich beide innerhalb des menschlichen Gehirns im Hypothalamus befinden.

    Medikamente dabei eingreifen, tragen stets ein gewisses Risiko mit sich. Vor allem wenn die Wirkung nachlässt, tendieren viele Patienten zu Heißhungerattacken und holen sich die einsparten Kalorien schnell wieder nach.

    Fettblocker

    Effektiver wäre es hierbei auf eine gesunde Ernährung kombiniert mit einem Fettblocker zu setzen. Wirkstoffe wie Orlistat (Xenical) wirken nicht über das Gehirn, sondern über die Verdauung.

    Durch den Wirkstoff Orlistat werden rund 2/3 der aufgenommen Fette wieder unverdaut ausgeschieden. Somit werden tatsächlich weniger Kalorien „aufgenommen“ als zugeführt.

    Quellstoffe

    Bei Quellstoffen (auch oft Sättigungskapseln genannt) handelt es sich meist um pflanzliche Mittel. Diese Sättigungskapseln enthalten Fasern, welche im Verdauungstrakt in Verbindung mit Wasser zu einem Mehrfachen ihrer Ursprungsgröße aufquellen und somit das Sättigungsgefühl steigern sollen.

    Bei der Einnahme von Quellstoffen sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern Wasser am Tag geachtet werden. Diese mechanisch wirkenden Appetitzügler sind in der Regel rezeptfrei erhältlich und auch vergleichsweise preisgünstig.

    Hinweis: Viele Produkte werden als wahre Wundermitteln angepriesen. Der Effekt ist in Wirklichkeit allerdings Studienbasierend sehr gering.

    1. Amfepramon – DocCheck Flexikon
    2. Amfepramon – Onmeda.de
    3. ALVALIN Tropfen zum Einnehmen – Anwendung | apotheken-umschau.de
    4. Das neue Abnehmmedikament Mysimba – Unverständlich und gefährlich: Das neue Abnehmmedikament Mysimba | ernaehrungs-umschau.de
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