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Autor: Patrick Mikic
Autor: Patrick Mikic

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert: 17. September 2020

Wie wird Fettleibigkeit behandelt?

Die Behandlung von Fettleibigkeit kann sowohl gänzlich ohne Schulmedizin wie auch medikamentös oder sogar operativ erfolgen. Bevor zu drastischen Maßnahmen gegriffen wird, sollte über eine Ernährungsumstellung und sportlicher Betätigung die Krankheit so gut wie nur möglich behandelt werden. 

Inhalt:
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    fettleibigkeit-behandlung

    Fettreduktion mit einer Diät

    Low Carb? Fasten? Paleo? Letztendlich funktioniert so gut wie jede Diät, da sie alle auf ein Kaloriendefizit abzielen und dieses zwangsläufig zum Gewichtsverlust führt. 

    Bei den unterschiedlichen Diäten vor allem die persönliche Präferenz entscheidend.

    Vor dem Beginn einer Diät sollte sich jeder ehrlich eingestehen, auf was er nicht verzichten könnte und überlegen, welche Lebensmittel auf keinen Fall auf dem Ernährungsplan stehen sollten. Bei der Auswahl des richtigen Konzepts ist außerdem wichtig, ob und wie gut sich die Diät in den persönlichen Alltag integrieren lässt.

    Blitz-Diäten sind in der Regel sehr ungesund und führen fast immer zu einem Jo-Jo-Effekt. Während wirklich wirksame Diäten meistens lange andauern und schwer durchzuhalten sind.

    Diäten mit Sport kombinieren?

    Nicht nur durch eine Ernährungsumstellung kann ein Kaloriendefizit erreicht werden. Auch regelmäßiger Sport kann dazu beitragen, den Kalorienbedarf zu erhöhen und somit mehr Kalorien zu verbrennen als zugeführt werden.

    Regelmäßige Bewegung hat gleich zwei positive Effekte, die zu einer Gewichtsreduzierung führen können. Der erste Effekt besteht darin, dass durch die sportliche Betätigung Kalorien verbrannt werden. Ab einem gewissen Level wenn dann die Fettreserven im Körper angegriffen, sodass an Gewicht reduziert wird.

    Der zweite positive Effekt besteht darin, dass durch den Sport Muskeln aufgebaut werden, die zukünftig ein erhöhtes Maß an Kalorien benötigen. Betroffene können zukünftig also mehr Kalorien aufnehmen, ohne dabei gleich ein Fettpolster aufzubauen.

    Vorteile & Nachteile von Diäten

    Rezeptfreie Fatburner & Hilfsmittel?

    Durch Fatburner soll der Stoffwechsel angeregt werden, wodurch der Grundumsatz erhöht und der Gewichtsverlust folglich erleichtert wird. Allerdings funktionieren Fatburner nur ergänzend zu einer ausgewogenen, gesunden Ernährung und ausreichender sportlicher Betätigung. Von alleine können Fatburner nicht ausreichend Kalorien verbrennen um langfristig Erfolge zu erzielen.

    Selbst wenn Fatburner kombiniert in einer Diät eingenommen werden, dann, können sie einen geringer Teil zum Gewichtsverlust beitragen. Ein gewisser Placebo Effekt, sollte  dabei allerdings nicht außer acht gelassen werden. Glauben Menschen daran etwas zu wirkungsvolles einzunehmen, kann daraus tatsächlich ein positiver Effekt entstehen. 

    Was genau sind Fatburner?

    Als Fatburner werden natürliche oder synthetisch hergestellte Substanzen bezeichnet, welche die körpereigne Fettverbrennung fördern.

    Dies soll durch die Veränderung des Stoffwechsels, durch das Erhöhen der Körpertemperatur, die Steigerung der Aktivität oder durch eine stärkere Fettausscheidung erreicht werden.

    Es gibt sowohl natürliche Fettverbrenner wie etwa Koffein und Grüner Tee aber auch künstliche Fatburner, die sowohl aus natürlichen, als auch aus synthetischen Stoffen hergestellt werden. Die Produkte sind häufig als Pulver, Flüssigkeit oder in Tablettenform erhältlich.

    Die meisten dieser Produkte sind rezeptfrei und nicht apothekenpflichtig. Daher sind viele dieser Fatburner auch freiverkäuflich.

    Achtung:

    Nicht selten beinhalten künstliche Fatburner jedoch auch illegale Substanzen oder Stoffe, die in Deutschland rechtlich eingeschränkt sind. Hiervon sollte Abstand genommen werden.

    Wirkung und Risiken von Fatburner

    Grüner Tee, Koffein, Magnesium, Vitamin C, Linolsäure, Seetang und L-Carnitin zählen zu den bekanntesten natürlichen Fettverbrennern, wobei die Wirkung nur bei den ersten zwei wissenschaftlich belegt ist. Hierbei handelt es sich um natürliche und legale Substanzen, eine Überdosierung in sehr großen Ausmaß kann dennoch gefährlich sein.

    Legale Fatburner kurbeln alles etwas an und steigern die Motivation, etwas zu tun, dennoch ist auch ein eigener Wille notwendig, um von ihnen profitieren zu können.

    Außerdem kann schnell ein Gewöhnungseffekt auftreten, da der Körper sich mit der Zeit an die zusätzlich exogen zugeführte Energie gewöhnt und folglich immer höhere Dosen benötigt. Genau aus diesem Grund können selbst natürliche Fatburner gefährlich werden, da auch hier eine Überdosierung Risiken mit sich bringt. Die geplante und empfohlene Einnahme sollte nicht überschritten werden.

    Es wird dringend abgeraten Fatburner miteinander zu kombinieren, da dann vor allem die Menge an Koffein und entwässerndere Wirkstoffe gefährlich werden könnten. Wenn man einen Fatburner nehmen möchte, sollte man sich für einen entscheiden und diesen auch für die Dauer einer Diät einnehmen.

    Nichts ist ineffektiver als das ständige einnehmen und absetzen eines Fatburners von mehreren Wochen.

    Vorteile & Nachteile von Fatburner

    Medikamente gegen Übergewicht?

    Wenn eine Diät und rezeptfreie Fatburner keine Erfolge für die Diät bringen, können Ärzte auch Medikamente gegen Übergewicht verschreiben. Dies ist erst ab einem BMI von 27 mit Folgeerkrankungen oder ab einem BMI von 30 ohne Folgeerkrankungen möglich.

    Für die Behandlung von Fettleibigkeit gibt des unterschiedliche Wirkstoffe und verschiedene Arzneimittel zur Auswahl. Neben rezeptpflichtigen Appetitzüglern gibt es das auch über die Verdauung wirkende Fettblocker wie Xenical.

    Während Appetitzügler dafür eingesetzt werden um den Patienten gegen Heißhunger Attacken zu helfen, sorgen Fettblocker dafür dass der Körper weniger Fette verdaut. Kombiniert dürfen diese Medikamente auf keinen Fall eingenommen werden.

    Welche Appetitzügler gibt es?

    Bekannte rezeptpflichtige Appetitzügler enthalten entweder den Wirkstoff Amfepramon, Cathin oder auch eine Kombination aus Naltrexon & Bupropion. Letzteres ist im neuesten Appetitzügler „Mysimba“ enthalten, welcher erst seit einigen Jahren auf dem Markt ist. 

    Ärzte können einen dieser Appetitzügler verschrieben wenn der BMI über 30 ist oder Patienten ab einem BMI von 27 bereits mit Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit zu kämpfen haben. 

    Appetitzügler können Heißhungerattacken verhindern und dem Appetit insgesamt hemmen. Patienten sind dadurch schneller satt, sollten aber dennoch ein Kaloriendefizit einhalten. 

    Welche Alternative zu Appetitzügler gibt es?

    Die bekannteste Alternative zu Appetitzügler ist Xenical. Das Medikament wirkt nicht über das Gehirn sondern im Darm.

    Der Wirkstoff in Xenical hat die Eigenschaft, die im Darm vorhandenen Enzyme (Lipasen) zu spalten. Dadurch wird verhindert, dass diese Enzyme an der Spaltung der Fettzellen beteiligt sind.

    Auf diese Weise kann rund ein Drittel des Fettes, welches über die Nahrung aufgenommen wird, direkt und unverdaut wieder aus dem Körper ausgeschieden werden. Der Gewichtsverlust setzt immer unter der Voraussetzung ein, dass der Verbrauch an Energie höher als die zugeführte Energie ist.

    Vorteile & Nachteile von Medikamenten gegen Übergewicht

    Operationen gegen Übergewicht?

    Eine Operation gegen Übergewicht kommt erst ab einem BMI von über 40 in Frage. Wenn zusätzlich andere Erkrankungen bestehen, kann auch ein BMI über 35 ausreichend sein. Begleitererkrankungen sind beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck oder andere Erkrankungen des Herz und Kreislauf. 

    Eine Operation wird erst dann in die Wege geleitet, wenn alle anderen Maßnahmen ohne Erfolglos waren. Zuvor wird also auch ein begleitetes Abnehmprogramm und/oder eine Ernährungsberatung angeraten. Diese Programm sollten absolviert und genau protokolliert werden. 

    Bevor eine Operation eingeleitet wird, werden in zahlreichen Terminen mit den Ärzten die Vor-, und Nachteile abgewogen. Operationen können zwar hilfreich sein und auch die Begleiterkrankungen behandeln, allerdings können auch zahlreiche Nachteile und Risken entstehen. 

    Nach einer Operation muss im übrigen weiterhin, in manchen Fällen sogar ein Leben lang, auf bestimmte Lebensmittel verzichtetet werden. Nicht selten folgen nach einer Operation noch zahlreiche Kontrolltermine und weitere gesundheitliche Komplikationen, die im schlimmsten Fall sogar erst durch die Operation entstanden sind. 

    Es gibt unterschiedliche operative Eingriffe gegen Fettleibigkeit. Folgende gelten als die bekanntesten: 

    Magenband

    Das Magenband ist die bekannteste operative Möglichkeit. Hierbei wird der Magen mit einem elastischen Band eingeschnürt. Somit wird weniger Nahrung aufgenommen und der Körper empfindet schneller ein Sättigungsgefühl. Aufgrund zahlreicher Komplikationen wird diese Methode kaum noch verwendet. Diese Operation kann rückgängig gemacht werden.

    Magenverkleinerung

    Die Schlauchmagen-Operation (kurz: Magenverkleinerung) dient dazu dass Volumen im Magen zu verringern. Dabei wird ein großer Teil des Magens entfernt. Die Methode gilt als wirksamer als das Magenband und schonender als der Magenbypass. Ein Nachteil wäre dass Patienten ein leben Lang Vitamine zu sich führen müssen, da der Magen diese nicht mehr richtig aufnehmen kann. Die Operation kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

    Magenbypass

    Die Magenbypass Operation kombiniert 2 Operationen in einem. Hierbei wird neben der Magenverkleinerung noch der Verdauungsweg verkürzt. Dadurch kann der Körper weniger Nährstoffe und Kalorien aufnehmen. Die Operation gilt als die effektivste, bringt aber auch zahlreiche Nachteile mit sich.

    Vorteile & Nachteile von Operationen

    Die Behandlung von Fettleibigkeit kann vielseitig sein:

    Die Behandlung von Fettleibigkeit kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn ein Patient nur mit einer strengen Ernährungsumstellung erfolge hat, bedeutet das nicht, dass dies auch für den nächsten Patienten gilt. Wir empfehlen daher immer einen persönlichen Arzttermin um alle Möglichkeiten zu besprechen. Mögliche Operationen können im übrigen auch von der Krankenkasse übernommen werden, wenn bestimmte Faktoren erfüllt werden.

    1. Adipositas. Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) |  diabetesinformationsdienst-muenchen.de
    2. Themenschwerpunkt: Übergewicht und Adipositas. Robert Koch-Institut | rki.de
    3. Adipositas. Wort & Bild Verlag | apotheken-umschau.de
    4. Fettleibigkeit – Wikipedia | de.wikipedia.org
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