Diagnose Bluthochdruck – Was kann man tun?

Neben Diabetes und allgemeinen Herzkreislaufproblemen zählt definitiv Blutdruck zu den drei größten Volkskrankheiten in Deutschland und in der gesamten europäischen Welt. Eine Gefahr besteht beim Bluthochdruck vor allem darin, dass dieser häufig über einen sehr langen Zeitraum nicht erkannt wird.

Meistens merken Sie nämlich nicht, ob sich Ihr Blutdruck innerhalb der Normwerte bewegt oder er bereits die Toleranzgrenzen überschritten hat. Ist dann erst einmal die Diagnose gestellt, fragen sich die meisten Betroffenen, was nun zu tun ist?

Wir möchten mit diesen  Artikel die Frage „Bluthochdruck – Was tun?“ beantworten und Hilfe geben. 

Zunahme an Bluthochdruck in den letzten zehn Jahren

Die Tendenz, was die Häufigkeit der Bluthochdruckerkrankungen angeht, ist innerhalb der letzten zehn Jahre definitiv steigend. Mittlerweile ist es in Deutschland so, dass schätzungsweise jeder dritte Erwachsene an Bluthochdruck leidet, anders ausgedrückt etwa 20 Millionen Bundesbürger. Von Bluthochdruck wird unter der Voraussetzung gesprochen, dass die derzeit noch geltende Grenze von 140:90 überschritten wird.

Aktuell ist sogar in der Diskussion, die Grenze für den Normwert auf 130:90 zu senken, sodass anschließend noch deutlich mehr Bundesbürger unter Bluthochdruck leiden würden. Eine große Gefahr besteht beim Bluthochdruck darin, dass die erhöhten Werte häufig nicht dazu führen, dass spürbare Symptome auftreten. Kommt es dennoch zu Beschwerden, sind diese meistens sehr allgemein und deuten nicht zwingend auf den Bluthochdruck als Ursache hin.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, den Bluthochdruck mindestens ab einem bestimmten Alter regelmäßig zu kontrollieren.

Dies kann entweder beim Arzt, in der Apotheke oder auch Zuhause geschehen. Ein Blutdruckmessgerät kostet heutzutage selten mehr als 50 Euro, sodass es sich durchaus um eine lohnenswerte Investition handelt. Unabhängig davon, ob Sie den Bluthochdruck selbst feststellen oder dieser vom Arzt diagnostiziert wird, stellt sich anschließend natürlich die Frage: Bluthochdruck – was tun?

Wir möchten im folgenden Beitrag speziell darauf eingehen, durch welche Maßnahmen Sie es schaffen können, dass Ihre Blutdruckwerte wieder in den Normalbereich gelangen. Denn keineswegs immer ist es bei Bluthochdruck zwingend erforderlich, sofort Medikamente einzunehmen. Doch häufig sind Medikamente die einfachste und schnellste Lösung. 

Maßnahme 1: Sportlich betätigen und bewegen

Bei diversen Volkskrankheiten hilft es bereits, wenn Sie etwas Sport treiben oder sich allgemein mehr bewegen. Dies gilt nicht nur für Diabetes, sondern insbesondere auch zu hohe Blutdruckwerte können durch eine tägliche Bewegung positiv beeinflusst werden. Körperliche Aktivität wird von Medizinern oftmals sogar als wirksamstes Medikament gegen Bluthochdruck bezeichnet.

Insbesondere solche Patienten, die sich bisher relativ wenig bewegt haben, haben eine sehr gute Chance, durch sportliche Aktivitäten und Bewegungen die zu hohen Blutdruckwerte wieder auf ein normales Maß zu senken.

Dabei sind es beispielsweise die folgenden Sportarten, die nach Ansicht der meisten Mediziner besonders geeignet sind:

  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Walking
  • Joggen

Es handelt sich also insbesondere um die sogenannten Ausdauersportarten, die bei regelmäßiger Ausübung dazu in der Lage sind, den Blutdruckwert um bis zu 20 Punkte zu reduzieren. Etwas schwierig wird es allerdings für Bluthochdruck-Patienten, die bereits regelmäßig Sport treiben und aktiv sind, denn diese können in aller Regel durch noch mehr Aktivitäten keine nennenswerten Reduzierung der Blutdruckwerte herbeiführen.

Maßnahme 2: Stress reduzieren

Ein früher häufig nicht beachteter oder unterschätzter Auslöser für Bluthochdruck ist sowohl psychischer als auch körperlicher Stress. Daher gilt es heute unter Medizinern als unbestritten, dass ein Stressabbau dazu führen kann, die Blutdruckwerte bei Bluthochdruck-Patienten zu reduzieren. Stress ist nach Meinung der Experten insbesondere dann sehr nachteilig, wenn es zwischendurch nicht auch Ruhepausen und Phasen der Entspannung gibt.

Daher lautet eine Maßnahme bei Bluthochdruck, die Sie auf jeden Fall ausprobieren sollten, sich Erholung zu gönnen und Stress im Allgemeinen so gut es geht abzubauen.

Hilfreich ist dabei zum Beispiel Yoga, autogenes Training oder auch die bekannte progressive Muskelentspannung. All diese Maßnahmen können Sie sogar mit der entsprechenden Anleitung von Zuhause aus durchführen.

Was kann man bei Bluthochdruck tun
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Maßnahme 3: Gewicht reduzieren und Fett abbauen

Einer der größten Risikofaktoren, der häufig zu Bluthochdruck führt, ist Übergewicht bzw. Fettleibigkeit. Ähnlich wie beim Sport treiben, sind es hier insbesondere solche Personen, die relativ übergewichtig sind, die durch eine Reduktion des Gewichts eine gute Chance haben, die Blutdruckwerte deutlich zu reduzieren.

Dabei muss es nicht unbedingt das Ziel sein, einen Body-Maß-Index von maximal 25 zu erreichen, sondern stattdessen wissen die Mediziner mittlerweile, dass es insbesondere darum geht, das gefährliche Bauchfett möglichst zu reduzieren.

Eine oftmals erfolgreiche Maßnahme besteht bei Bluthochdruck also darin, das Gewicht zu reduzieren und möglichst in den Bereich des Normalgewichts wenn nicht des Idealgewichts zu gelangen.

Die Gewichtsreduktion wiederum kann durch verschiedene Maßnahmen unterstützt und erreicht werden, insbesondere:

  • Sport treiben
  • Viel Bewegung im Alltag
  • Umstellung auf fettreduzierte Ernährung
  • Intervallfasten

Maßnahme 4: Ausreichend schlafen

Eine mögliche Ursache von Bluthochdruck, die zumindest für erhöhte Werte sorgen kann, die jedoch weitläufig unbekannt ist, ist der Schlafmangel. Nicht selten ist es nämlich der Fall, dass zu wenig Schlaf dazu führt, dass die Blutdruckwerte im Allgemeinen steigen. Wissenschaftlich belegt ist, dass der Blutdruck während der Nacht bzw. der Schlafphase um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent absinkt.

Vom Schlafmangel und unregelmäßigen Schlaf sind in unserer heutigen Gesellschaft vor allem Personen betroffen, die im Schichtdienst arbeiten oder aus geschäftlichen Gründen häufig in verschiedenen Zeitzonen aktiv sind. In diesem Fall gerät der gewöhnliche Tag-Nacht-Rhythmus außer Kontrolle, was zu Schlafmangel führen kann.

Allgemein gilt also bei Bluthochdruck, dass Sie verstärkt darauf achten sollten, in ausreichendem Umfang und möglichst zu regelmäßigen Zeiten zu schlafen.

Maßnahme 5: Salz reduzieren

salz bluthochdruck

Neben ausreichender Bewegung, Entspannung bzw. Stressreduktion und genügend Schlaf kann auch die Reduktion von Salz eine wichtige Maßnahme darstellen, um die zu hohen Blutdruckwerte möglichst auf natürliche Art und Weise zu reduzieren. Zwar müssen Gesunde nicht unbedingt den Konsum von Salz reduzieren, aber zahlreiche Studien konnten belegen, dass Patienten, die unter Bluthochdruck leiden, von weniger Salz definitiv profitieren. Dabei reicht es bereits aus, wenn der tägliche Salzkonsum auf rund fünf Gramm Kochsalz heruntergefahren wird.

Allein durch diese Maßnahme ist es häufig möglich, den Blutdruck um bis zu fünf Punkte zu reduzieren. Diese Maßnahme ist allerdings nicht ganz einfach, denn oftmals sind es nicht nur die offensichtlichen salzhaltigen Lebensmittel, wie zum Beispiel Kartoffelchips oder gesalzene Erdnüsse, die auf dem Speiseplan eine Gefahr darstellen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Lebensmittel, bei denen man nicht unbedingt einen höheren Salzgehalt vermutet, wie zum Beispiel:

  • Brot
  • Wurst
  • Gewürzmischungen
  • Fertiggerichte
  • Pizza
  • Ketschup

Das Positive ist, dass sich all diese Nahrungsmittel und noch weitere Lebensmittel relativ einfach durch deutlich salzärmere Alternativen ersetzen lassen. Achten Sie bei Bluthochdruck also fortan darauf, dass Sie möglichst auf salzärmere Nahrungsmittel zurückgreifen.

Maßnahme 6: Ernährung umstellen kann helfen

Die Reduktion von Salz ist nur ein Teil der Ernährung, auf den Bluthochdruck-Patienten achten sollten. Allgemein ist die Umstellung der Ernährung eine wichtige Maßnahme, die dabei helfen kann, dass die Blutdruckwerte wieder in den normalen Rahmen gelangen.

Es ist unumstritten, dass gerade die Ernährung einen sehr großen Einfluss auf das Herzkreislaufsystem des Menschen hat. Daher ist es nicht verwunderlich, dass insbesondere Vegetarier im Durchschnitt einen niedrigeren Blutdruck haben als Menschen, die gerne bzw. sogar täglich Fleisch und Wurst konsumieren.

Dennoch ist es bei Bluthochdruck nicht notwendig, gänzlich auf Wurst und Fleisch zu verzichten.

Vielmehr sollte die Ernährungsstellung beinhalten, dass gerade rotes Fleisch möglichst häufig ersetzt wird, beispielsweise durch mehr Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte. Es gibt sogar einige Nahrungsmittel, die aufgrund ihrer günstigen Fettsäuren positiv auf die Blutdruckwerte wirken können, insbesondere fette Seefischarten wie Lachs und Makrelen.

Maßnahme 7: Zum Nichtraucher werden

Der wohl größte Risikofaktor für erhöhten Blutdruck ist wieder einmal das Rauchen. Das Nikotin und andere giftige Stoffe, die in den Zigaretten enthalten sind, schädigen in erster Linie die Blutgefäße. Dadurch wiederum werden Verkalkungen gefördert und es zeigt sich eindeutig Gefäßverengung der Effekt, der wiederum Bluthochdruck zur Folge hat. Wissenschaftlich ist mittlerweile unumstritten, dass bereits eine einzige Zigarette dazu führt, dass der Blutdruck mindestens eine Viertelstunde ansteigt.

Daher muss ist das oberste Ziel eines jeden Bluthochdruck-Patienten sein, den Zigarettenkonsum nicht nur deutlich zu reduzieren, sondern im besten Fall gänzlich auf das Rauchen zu verzichten.

Zu diesem Zweck gibt es am Markt mehrere wirksame Medikamente, falls Sie es nicht alleine schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Medikamente gegen Bluthochdruck

All die zuvor beschriebenen Maßnahmen können dabei helfen, den Blutdruck im Idealfall wieder auf ein normales Maß mit Werten unter 140:90 zu reduzieren. Was aber ist zu tun, wenn es trotz all dieser Maßnahmen nicht zu schaffen ist, die Normwerte zu erreichen?

In diesem Fall stehen zahlreiche wirksame Medikamente zur Verfügung, die zuverlässig wirken und dazu führen, den Blutdruck zu reduzieren.

Wichtig ist allerdings, dass die Medikamente gezielt eingesetzt werden und keine besonders schnelle Reduzierung der Blutdruckwerte vorgenommen wird, denn dies führt oftmals zu Übelkeit und allgemeinem körperlichen Unwohlsein. Auf der einen Seite ist von großer Bedeutung, dass die Arzneimittel regelmäßig eingenommen werden.

Zu den bekanntesten Medikamenten gegen Bluthochdruck zählen unter anderem Ramipril und Amlopidin. Welches Medikament für Sie als Bluthochdruck Patienten am besten geeignet ist, sollten Sie – wie auch die Dosierung – natürlich mit Ihrem Arzt besprechen.

Sie können auch die Online Klinik besuchen um eine Ferndiagnose für die Behandlung mit Blutdrucksenker in Anspruch zu nehmen.

Hier gelangen Sie zur Behandlung:

 

Links und Quellen: