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Autor: Jens Weber
Autor: Jens Weber

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert:

Diabetes Ursachen & Auslöser

Grundsätzlich muss man bei den Ursachen von Diabetes mellitus zwischen Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2 unterscheiden. Zwar haben beide Stoffwechselerkrankungen mit dem Insulinhaushalt des Körpers zu tun, beide funktionieren jedoch auf völlig unterschiedliche Arten und Weisen.

Inhalt:
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    Ursachen von Diabetees-Typ-1

    Bei der Ursachenforschung von Diabetes Typ-1 tappen die Forscherteilweise noch im Dunkeln.

    • Fakt: Die Erbanlagen spielen eine wichtige Rolle beim Ausbruch eines Typ-1 Diabetes.

    Die Stoffwechselerkrankung wird dabei nicht nur von einem speziellen Gen ausgelöst, sondern von zahlreichen Genen. Aktuell kennt man mehr als 20 Standorte innerhalb der Erbanlagen, die für Diabetes Typ-1 relevant sind. Vermutlich gibt es noch deutlich mehr davon.

    Aufgrund der genetischen Vererbung ist es daher nicht verwunderlich, dass das Risiko, an einem Typ-1 Diabetes zu erkranken, rapide ansteigt, wenn nahe Verwandte bereits unter der Krankheit leiden.

    Des Weiteren wird davon ausgegangen, dass frühkindliche Umwelteinflüsse ebenfalls eine Rolle beim Ausbruch der Krankheit spielen können. Im Fokus stehen dabei vor allem die frühkindliche Ernährung und bestimmte Infektionen.

    Insbesondere Virusinfektionen sehen Forscher als problematisch an. Dazu gehören beispielsweise all diejenigen Viren, die Masern, Mumps oder die Röteln auslösen können.

    Heutzutage wird davon ausgegangen, dass die diabetes-relevanten Erbanlagen erst aktiv werden, wenn diese durch Umwelteinflüsse aktiviert werden. So kann es z.B. sein, dass die Krankheit nur deshalb ausbricht, weil in frühen Jahren Kontakt mit Mastern bestand.

    Ausbruch führt zu einer Autoimmunreaktion

    • Ist Diabetes einmal ausgebrochen, kommt es zu einer Autoimmunreaktion des Körpers.

    Infolgedessen greifen die körpereigenen Abwehrzellen die Betazellen der Langerhans’schen Inseln innerhalb der Bauchspeicheldrüse an. Diese sind für die Produktion des Insulins zuständig. Früher oder später hat der Körper alle Betazellen zerstört, weshalb kein Insulin mehr produziert wird.

    • Je früher diese Autoimmunreaktion erfolgt, desto schneller werden die Zellen zerstört.

    Ursachen von Diabetes Typ-2

    Die bekanntesten Ursachen von Typ-2 Diabetes:

    Auch beim Diabetes Typ-2 spielen die Erbanlagen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Krankheit. Wenn Familienmitglieder bereits Diabetiker sind, dann ist das Risiko recht hoch, dass man selbst auch im Laufe seines Lebens an Diabetes erkranken könnte.

    Doch auch hier treten die Erbanlagen, die für den Diabetes relevant sind, nicht grundlose in Erscheinung. Sie werden erst aktiv, wenn man einen ausgesprochen ungesunden Lebensstil pflegt. Dazu zählen als hauptsächliche Faktoren Übergewicht und Bewegungsmangel.

    Während der Diabetes Typ-2 vor einiger Zeit noch als „Altersdiabetes“ bezeichnet wurde, weiß man heute, dass auch Kinder und Jugendliche daran erkranken können. Das kann man vor allem in solchen Ländern beobachten, in denen die Menschen zu Fettleibigkeit (Adipositas) neigen.

    Was ist ein ungesunder Lebensstil?

    Die wichtigsten Faktoren sind hierbei eindeutig Übergewicht bzw. Fettleibigkeit und Bewegungsmangel.

    Beide Faktoren führen zu einer Insulinresistenz im Körper, die wiederum dazu führt, dass die Körperzellen nicht mehr vernünftig auf Insulin ansprechen. Sie erhalten infolgedessen also keinen Zucker bzw. keine Energie mehr, um ihre Arbeit verrichten zu können.

    Des Weiteren werden bei Diabetes Typ-2 bestimmte Darmhormone nicht mehr in ausreichender Anzahl produziert. Hierbei handelt es sich beispielsweise um das Hormon GLP-1. Es sorgt dafür, dass genügend Insulin ausgeschüttet wird, wenn Kohlenhydrate im Darm eintreffen. Die Darmhormone bereiten den Körper im Grunde genommen also auf die Verwertung der eintreffenden Energie vor.

    Zuletzt sollte beachtet werden, dass der Hauptbestandteil eines Diabetes Typ-2 nicht nur die Insulinresistenz, sondern auch ein gewisser Insulinmangel ist.

    Dadurch, dass die Körperzellen insulinresistent werden, versucht die Bauchspeicheldrüse zu Beginn der Erkrankung diese Resistenz durch eine vermehrte Produktion des Insulins zu neutralisieren. Dadurch erschöpft sie sich relativ schnell, weshalb früher oder später kaum noch bis gar kein Insulin mehr produziert wird.

    Was häufig verdrängt wird: Auch eine schlechte Nachtruhe und der Genuss von Zigaretten können die Entwicklung eines Diabetes fördern.

    Raucher leiden beispielsweise unter einem doppelt so hohen Risiko an Diabetes zu erkranken wie Nichtraucher. Wer in der Nacht schlecht schläft, der schüttet infolgedessen Stresshormone aus. Diese Stresshormone fördern wiederum ebenfalls die Ausbildung eines Typ-2 Diabetes.

    Sonderfall: Schwangerschafts-Diabetes

    Während einer Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel der Frau. Dieser veränderte Stoffwechsel führt wiederum dazu, dass in Europa circa drei bis sieben Prozent aller Schwangeren an Schwangerschaftsdiabetes erkranken.

    Es wird davon ausgegangen, dass ÖstrogeneGestagene und das sogenannte Plazenta-Laktogen dafür verantwortlich sind. Hierbei handelt es sich um Hormone, die insbesondere im weiblichen Körper und vor allem während der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielen.

    Des Weiteren erhöht der Heißhunger von schwangeren Frauen das Risiko, an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, da der Körper mit der Aufnahme der vielen Nahrung innerhalb kürzester Zeit nicht zurechtkommt.

    • Es kommt zu einer wahren Insulinflut, weshalb das System über kurz oder lang – überspitzt gesagt – zusammenbricht.

    Übrigens: Frauen, die bereits mit einem gewissen Übergewicht in die Schwangerschaft gehen, leiden logischerweise ohnehin unter einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Weitere Faktoren sind die familiäre Häufung von Diabetes, die Zahl der Fehlgeburten und das Alter der Frau.

    Je älter sie während der Schwangerschaft ist, desto höher ist das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes. Die gute Nachricht: Schwangerschaftsdiabetes verschwindet nach der Schwangerschaft meist wieder auf natürliche Weise. Vor allem wenn das Übergewicht wieder reduziert werden kann.

    Hinweis: Es gibt mehr als drei Formen von Diabetes

    Zuletzt möchten wir darauf hinweisen, dass noch deutlich mehr Arten von Diabetes existieren. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass die einzelnen Unterarten meist noch ganz spezifische Ursachen haben. Auf diese möchten wir an dieser Stelle allerdings nicht eingehen, da diese den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

    Ein Beispiel wäre: Tumorwachstum innerhalb der Bauchspeicheldrüse kann dazu führen, dass die insulin-produzierenden Zellen verdrängt werden. Infolgedessen versiegt die Insulinproduktion.

    1. Causes of Diabetes – What Causes Diabetes? – Diabetes UK: https://www.diabetes.co.uk/
    2. Diabetes: Symptoms, treatment, and early diagnosis: https://www.medicalnewstoday.com/
    3. What Causes Type 2 Diabetes? Risk Factors, Lifestyle, and More: https://www.webmd.com/
    4. Diabetes mellitus Typ 1 – PharmaWiki | pharmawiki.ch
       
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