Skip to main content
Autor: Thomas Meiser
Autor: Thomas Meiser

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert:

Welcher Arzt bei Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck können viele verschiedene Fachärzte in Frage kommen.

Die beste Adresse bei Bluthochdruck sind die äußerst seltenen Hypertensiologen.

Hypertensiologen sind speziell ausgebildete Fachärzte mit dem Schwerpunkt der Bluthochdruckbehandlung.

Findet sich kein Hypertensiologe in der Nähe so ist der Gang zu einem Internisten, Kardiologen oder Nephrologen empfehlenswert.

Ärzte bei Bluthochdruck:

Hypertensiologen, Internisten, Kardiologen & Nephrologen.

Bei regelmäßigen Werten über 130/85 sollte der Blutdruck beobachtet werden. Liegt der Wert über 140/90 sollte eine Behandlung des Bluthochdrucks erfolgen.

Die besten Fachärzte für Bluthochdruck sind Internisten, Kardiologen und Nephrologen. Die Hypertensiologen wären spezielle Ärzte für Bluthochdruck, sind allerdings sehr selten. 

Es besteht die Möglichkeit direkt zu einem Facharzt zu gehen. Wenn es schneller gehen soll, kann der Hausarzt eine Dringlingkeitsüberweisung ausstellen. 

Im schlimmsten Fall wäre es auch eine Option als Selbstzahler zum Arzt zu gehen. Dies ist bei der Behandlung von Bluthochdruck allerdings nicht empfehlenswert. 

Im Notfall sollte sofort der nächste Arzt oder das nächste Krankenhaus aufgesucht werden. 

Inhalt:
    Add a header to begin generating the table of contents
    Scroll to Top

    Bluthochdruck: Wann zum Arzt?

    Zuerst empfiehlt es sich, den Blutdruck regelmäßig selbst zu überprüfen.

    Hierfür gibt es Blutdruckmessgeräte, welche in örtlichen Apotheken oder im Internet zu erwerben sind. Sind die Blutdruckwerte regelmäßig erhöht, sollte ein Facharzt kontaktiert werden. Unter regelmäßig verstehen sich mehrere Wochen oder Monate. 

    Hinweis:

    Bluthochdruck bereitet keine Schmerzen und oft treten keine Symptome auf, welche frühzeitig vor ihm warnen. Bluthochdruck stellt vielmehr eine „stille Gefahr“ dar, da sich viele Menschen, trotz hohem Blutdruck, jahrelang gut und leistungsfähig fühlen. Daher bleibt ein Bluthochdruck oft über viele Jahre unentdeckt und wird es bei einer Routineuntersuchung zufällig diagnostiziert.

    Wie wird der Blutdruck richtig gemessen?

    Idealerweise wird der Blutdruck an mehreren, aufeinanderfolgenden Tagen gemessen um einen Überblick der Werte zu erhalten.

    Beim Mesen des Blutdrucks gilt es folgende Punkte zu beachten:

    Wann ist der ideale Zeitpunkt?
    Der ideale Zeitpunkt wäre der frühe Morgen. Anschließend sollte die Messung nach einem kurzen Abstand wiederholt werden. Meist besteht eine gewisse „Erwartungsangst“ welche den Blutdruckwert somit bis zu 30 mmHg erhöhen lässt. Daher ist es anzuraten 1 -2 Folgemessungen in kurzen Zeitabständen durchzuführen.
    Einen ruhigen Moment wählen
    Es sollte unbedingt ein ruhiger Moment gewählt werden. 3 bis 5 Minuten vor der Messung sollte keine körperliche Aktivität erfolgend. Ruhiges sitzen ist daher ideal.
    Was sollte vermieden werden?
    Vermeidung von Kaffee, Nikotin oder Medikamente. Außerdem sollten Beine nicht übereinander gekreuzt werden, sondern parallel nebeneinander stellen. Überschlagene Beine erhöhen den Blutdruck aufgrund der angespannten Muskulatur in den Beinen.

    Symptome für einen erhöhten Blutdruck

    • Kopfschmerzen
    • Schwindel
    • Ohrensausen
    • Starkes Herzklopfen
    • Nervosität
    • Luftnot bei Belastung
    • Schlafstörungen
    • Erektionsstörungen
    • Leichte Reizbarkeit

    Diese Symptome treten allerdings auch bei anderen Krankheitsbildern auf. Demach ist immer die Abklärung durch einen Arzt erforderlich.

    Bei folgenden Symptomen im Zusammenhang mit akuten Bluthochdruck, sollte umgehend die Rettungsleitstelle unter 112 gerufen werden:

    • Atemnot
    • Schmerzen, Brennen oder ein starkes Druckgefühl im Brustkorb (Angina pectoris)
    • Krampfanfälle (wie bei einer Epilepsie)
    • Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
    • Nasenbluten, welches nicht innerhalb von 5 Minuten zu stillen ist
    • Benommenheit oder Bewusstlosigkeit
    • Lähmungen oder Sprechstörungen
    • Starke Übelkeit mit oder ohne Erbrechen

    Welche Ärzte behandeln Bluthochdruck?

    Bei einem diagnostizierten Bluthochdruck (Hypertonie) empfiehlt sich der Besuch bei einem Facharzt.

    Folgende Ärzte können Bluthochdruck behandeln:

    • Kardiologe
    • Internist
    • Nephrologe
    • Hypertensiologe

    Die Kardiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Erst durch eine spezielle Weiterbildung dürfen sich Ärzte als Kardiologen ausgeben. Die Kardiologie beschäftigt sich mit zahlreichen Herz-Kreislauferkrankungen und werden daher auch als Herzspezialisten bezeichnet.

    Neben Bluthochdruck beschäftigen sich Kardiologen auch mit zu hohen Cholesterinspiegel. Bei Bluthochdruck sind Kardiologen häufig die erste Wahl.6Kardiologie – Wikipedia | de.wikipedia.org

    Ein Internist ist ein Facharzt der Inneren Medizin. Internisten werden häufig auch als „Allround-Mediziner“ der inneren Medizin genannt. Die bekanntesten Aufgabenbereiche eines Internisten sind:

    • Gefäßkrankheiten
    • Hormon- und Stoffwechselerkrankungen
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Erkrankungen von Blut und blutbildender Organe 

    Und viele weitere Bereiche. Aufgrund dieser Spezialisierungen können Internisten bei Bluthochdruck, fachlich beraten und behandeln.7Facharzt für Innere Medizin – was ist ein Internist und was macht er? | praktischarzt.de

    Auch die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Fachgebiete der Nephrologie sind Erkrankungen und Funktionsstörungen der Nieren. Erst nach einer erfolgreichen Fachärztlichen Weiterbildung darf sich ein Arzt der geschützten Bezeichnung annehmen.

    Nephrologen befassen sich außerdem mit der Therapie und Nachsorge von Bluthochdruckerkrankungen. Damit sind Nephrologen sehr gut für Bluthochdruckpatienten geeignet, sind  allerdings weniger häufig vertreten.8Was ist Nephrologie? – Deutsche Gesellschaft für Nephrologie | dgfn.eu

    Die Hypertensiologen sind, wie eingangs erwähnt, spezielle Fachärzte, mit einer absolvierten Fortbildung im Bereich Hypertensiologie absolviert haben. Hinter dem Begriff „Hypertensiologie“ verbirgt sich die Behandlung des Bluthochdrucks. 

    Die Hypertensiologie ist daher die richtige Adresse, wenn es um die Behandlung von Bluthochdruck geht.9Hypertensiologie – HALEO | haleo.de

    Die Anzahl der Hypertensiologen in Deutschland, ist aktuell allerdings noch sehr gering. Häufig werden daher Kardiologen oder Internisten als Spezialisten bei Bluthochdruck gewählt.  

    Zahlt die Krankenkasse bei Bluthochdruck?

    Die Krankenkasse übernimmt die Kosten welche durch den Besuch beim Arzt entstehen. Auch die notwendigen Therapiemaßnahmen (z.B. Blutdrucksenkende Medikamente) werden von der Krankenkasse übernommen. Bei diagnostizierten Bluthochdruck (Hypertonie) übernimmt die Krankenkasse außerdem die Anschaffung eines Blutdrduckmessgerätes, damit die Patienten auch zu Hause stets ihren Blutdruck überprüfen können. Hierfür ist ein Rezept vom Hausarzt ausreichend. Auch private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel alle Kosten. 

    Kann man auch direkt zum Facharzt gehen?

    Ja, in Deutschland gilt eine freie Arztwahl, welche auch für Fachärzte gilt. Besteht der Verdacht auf Bluthochdruck, kann auch direkt ein Termin beim Kardiologen oder Internisten gemacht werden. Nur sehr spezielle, hochspezialisierte Ausnahmebereiche benötigen noch eine Überweisung. Dies betrifft allerdings nur Radiologen (bekannt für MRT, CT & Röntgen), bestimmte Laborätze oder auch Strahlentherapeuten.10Gesundheitslexikon | Der Überweisungsschein | vitabook.de

    Eine weiterer Ausnahmefall, wäre ein so genannter "Hausarztvertrag" (HZV) welcher häufig bei privaten Krankenversicherungen zu finden ist. Durch einen geringen Monatsbeitrag verpflichtet sich der Patient immer an erster Stelle den Hausarzt zu besuchen. Andernfalls werden die Kosten nicht in voller Höhe übernommen. 11Hausarztvertrag: Vor- und Nachteile für Patienten und Kollegen Dtsch Arztebl 2005; 102(14): A-972 / B-819 / C-766 | aerztebelatt.de

    was-passiert-arzt-bluthochdruck-untersuchung

    Was passiert beim Arzt?

    Der Arzt wird zunächst durch ein persönliches Gespräch die jeweilige Krankengeschichte (Anamnese) ermitteln. Dies ist für den späteren Verlauf der Beurteilung und Behandlung wichtig.

    In der Regel werden folgende Fragen gestellt:

    • Gibt es eine erbliche Veranlagung für Hypertonie (Bluthochdruck) oder auch Herzerkrankungen?
    • Bestehen Vorerkrankungen wie z.B. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes, Nieren- oder Stoffwechselprobleme?
    • Besteht im Alltag viel Stress und Belastung? (Seelisch oder Beruflich)
    • Existieren weitere Risikofaktoren wie Nikotinkonsum, Übergewicht oder Alkohol?
    • Werden regelmäßig Medikamente eingenommen, wenn ja, welche?
    • Bestehen Schlafstörungen?

    Körperliche Untersuchung:

    Danach beginnt die körperliche Untersuchung. Als Beispiel beschreiben wir die Untersuchung des Bluthochdrucks bei einem Internisten.12Untersuchungen & Diagnose – Internisten im Netz | Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.) Elsevier 5/2017 | internisten-im-netz.de

    Bei der körperlichen Untersuchung sollte eine zu Beginn eine Blutdruckmessung mehrmals durchgeführt werden. Denn ein einmalig erhöhter Wert kann auch durch Nervosität oder anderen Einflüssen beeinträchtig worden sein. Um einen aussagekräftigen Wert zu bekommen, wird der Blutdruck daher mehrfach in entspannender Atmosphäre durchgeführt.

    Es folgt in der Regel auch eine Überprüfung des Gewichts, sowie das Abhören von Lunge, Herz und den großen Gefäßen (z.B. Halsschlagader) mittels dem Stethoskop.

    Weiterhin gehören zur Basisdiagnostik erste Blut- und Urinuntersuchungen. Diese Werte geben Hinweise auf mögliche Endorganschäden oder auf weitere Risikofaktoren. Anhand eines Elektrokardiogramms (EKG) können mögliche Verdickungen des Herzmuskels oder Herzrhythmusstörungen erkannt werden.

    Abhängig von der Blutdruckhöhe, Alter und Begleiterkrankungen des Patienten, kommen noch weitere Untersuchungen in Frage.

    Weitere mögliche Untersuchungen:

    • 24-Stunden-Blutdruckmessung
    • Belastungs-EKG
    • Ultraschalluntersuchung des Herzen (Herzecho, Echokardiografie)
    • Ultraschalluntersuchung der Bein- und Halsgefäße (Farbdoppler-Sonographie)
    • Augenspiegelung (Ophthalmoskopie)
    • Weitere spezielle Laboruntersuchungen

    Wie bekomme ich schneller einen Termin?

    Fachärzte haben in der Regel längere Wartezeiten. Daher empfiehlt es sich bei Bedenken immer zuerst den Hausarzt zu kontaktieren. Dieser kann bereits die gesundheitliche Lage einschätzen und direkt für den Patienten einen Termin bei einem Facharzt vereinbaren. Denn vereinbart der Hausarzt persönlich in der Facharztpraxis den Termin, ist die Dringlichkeit hoch.

    Unter der Rufnummer 116 117 (bekannt als ärztlicher Bereitschaftsdienst) bekommen sie an 7 Tagen die Woche, 24 Stunden, Hilfe von medizinisch geschulten Mitarbeitern in Ihrer regionalen Leitstelle.

    Diese Mitarbeiter können für Sie einen Termin bei einem Facharzt vereinbaren. Weitere Informationen auf: www.116117.de

    Ländliche Gegenden haben sehr oft deutlich kürzere Wartezeiten. Daher empfiehlt es sich, auch in den etwas weiter entfernten Praxen, nach einem Termin zu fragen.

    Es besteht bei vielen Fachärzten die Möglichkeit als Selbstzahler schneller einen Termin zu bekommen. Da die Kosten in der Regel komplett von der Krankenkasse übernommen werden, machen dies nur die wenigsten Patienten. 

    Sollte kein Hypertensiologen auffindbar sein, kann der Hausarzt ein Verzeichnis aushändigen. In diesem Verzeichnis sind zahlreiche Kardiologen, Internisten oder Nephrologen auffindbar.

    Weitere Informationen: Liste mit zertifizierten Hypertensiologen

    1. Bluthochdruck-Spezialisten bundesweit | hochdruckliga.de
    2. Directory of Specialists | eshonline.org
    3. Directory of Excellence Centres | eshonline.org
    4. High blood pressure (hypertension) – Symptoms | mayoclinic.org
    5. Tips to measure your blood pressure correctly | Harvard Health
    6. Kardiologie – Wikipedia | de.wikipedia.org
    7. Facharzt für Innere Medizin – was ist ein Internist und was macht er? | praktischarzt.de
    8. Was ist Nephrologie? – Deutsche Gesellschaft für Nephrologie | dgfn.eu
    9. Hypertensiologie – HALEO | haleo.de
    10. Gesundheitslexikon | Der Überweisungsschein | vitabook.de
    11. Hausarztvertrag: Vor- und Nachteile für Patienten und Kollegen Dtsch Arztebl 2005; 102(14): A-972 / B-819 / C-766 | aerztebelatt.de
    12. Untersuchungen & Diagnose – Internisten im Netz | Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.) Elsevier 5/2017 | internisten-im-netz.de
    Share on facebook
    Facebook
    Share on google
    Google+
    Share on twitter
    Twitter
    Share on linkedin
    LinkedIn