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Autor: Thomas Meiser
Autor: Thomas Meiser

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz

Aktualisiert: 9. April 2020

Was sind Calcium-Antagonisten?

Calcium-Antagonisten werden auch Kalziumkanalblocker genannt. Medikamente dieser Wirkstoffklasse werden gegen Bluthochdruck verschrieben. Das bekannteste Medikament dieser Kategorie ist Amlodipin.

Inhalt:
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    kalziumkanalblocker

    Was genau sind Kalziumkanalblocker?

    Durch Kalziumkanalblocker oder auch Kalziumantagonisten, wird verhindert, dass Kalzium-Ionen in das Innere einer Muskelzelle einströmen. Muskelzellen können sich nur durch Kalzium-Ionen anspannen, was nun, wenn diese nicht mehr vorhanden sind, dafür sorgt, dass diese sich entspannen. Wenn Muskelzellen sich entspannen, dann gilt dies ebenso für die Gefäßmuskulatur. Das bedeutet, dass durch die Entspannung der Blutgefäße der Raum, in welchem das Blut fließt, größer wird und so der Blutdruck abfällt.

    Vorteile & Nachteile

    Vorteile

    Nachteile

    Wofür werden Calcium-Antagonisten eingesetzt?

    Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Arten der Kalziumkanalblocker.

    Zum einen gibt es sogenannte Dihydropyridine und non-Dihydropyridine. Diese zwei Formen sind nicht nur in ihrer Struktur verschieden, sondern auch in ihrer Wirkweise.

    Am häufigsten werden Kalziumkanalblocker der Gruppe Dihydropyridine eingesetzt. Diese haben einfach, die vorhin erwähnte, gefäßerweiternde Wirkung. Bei den non Dihydropyridinen wird hingegen direkt auf die Reizweiterleitung im Nervensystem bezüglich des Herzens zugegriffen. Der Herzschlag wird verlangsamt, weshalb der Blutdruck abfällt.

    Kalziumkanalblocker sind sehr schnell wirkende Medikamente. Sie funktionieren umso besser, je höher der Blutdruck vor dem Einsetzen der Wirkung des Arzneimittels war. Das ist jedoch auch einer der Gründe dafür, dass das Medikament einige Risiken mit sich bringt. 

    Phenylalkylamine

    Des Weiteren gibt es die sogenannten Phenylalkylamine

    Phenylalkylamine haben kaum Auswirkungen auf die Blutgefäße haben, jedoch dafür die Stärke des Herzschlags und die Ausbreitung der Erregung durch den Herzschlag beeinflussen. Phenylalkylamine werden eher selten zur Behandlung von Bluthochdruck genutzt, da diese sich vor allem bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen gut bewährt haben.

    Die letzte Art der Kalziumkanalblocker sind die sogenannten Benzodiazepine, welche alle zuvor genannten Eigenschaften vereinen. Der Vorteil der Benzodiazepine ist, dass sie aufgrund ihrer uneingeschränkten Wirkung nur wenige Nebenwirkungen haben.

    Weitere Erkrankungen, bei denen Kalziumkanalblocker eingesetzt werden sind beispielsweise die Verkrampfung des unteren Speiseröhrenmuskels oder Lungenarterienhochdruck.

    Wie genau wirken Kalzium-kanalblocker?

    Grundsätzlich werden Kalziumkanalblocker in Tablettenform verabreicht und nach der Einnahme durch den Darm aufgenommen. Zusätzlich gibt es jedoch auch die Gabe von Kalziumkanalblockern in Form von Infusionen.

    Bei einem gesunden Menschen sind Kalziumionen im Zellinneren in Bezug auf deren Konzentration bei etwa einem Zehntausendstel von jener, im zelläußeren Raum. Externe Reize, können die sich in den Muskelzellen befindlichen Kalziumkanäle öffnen, und so den Einstrom der Ionen ermöglichen.

    Durch diesen Vorgang verändert sich das Membranpotential der Zelle, was dazu führt, dass eine Muskelkontraktion, oder ein Anspannen der Muskulatur stattfindet. Werden nun durch diesen Vorgang die Blutgefäße verengt, kommt es in diesen zu einem höheren Druck.

    Durch die nun engeren Gefäße muss das Herz eine höhere Schlagkraft aufbringen und die Adern und Arterien stehen unter dauerhafter Belastung.

    Verbildlicht dargestellt ist der erhöhte Blutdruck mit einem Gartenschlauch zu vergleichen, der an dem Ende, an dem das Wasser hinausrinnt zusammengedrückt wird. Weil nun nur noch wenig Platz für das Wasser bleibt, spritzt es nun mit höherem Druck aus dem Gartenschlauch heraus um die Wassermenge zu kompensieren.

    Die Kalziumkanalblocker sorgen nun dafür, dass gewisse Kalziumkanäle vom L-Typ und T-Typ, die spannungsabhängig sind gehemmt werden. Für die medizinische Behandlung sind jene Kalziumkanäle vom L-Typ am wichtigsten, da diese den Muskeltonus, also die Anspannung der Muskulatur in den Gefäßwänden steuern.

    Wenn nun der Kalziumeinstrom durch die Kalziumkanalblocker vermindert wird, wird genau diese Anspannung, also Muskeltonus der Gefäßwände verringert und es kommt zu einem Abfall des Blutdrucks.

    Vorteil dessen ist, dass das Herz entlastet wird, wodurch dessen Sauerstoffbedarf ebenfalls reduziert wird.

    Die Gefäße werden erweitert, dadurch gibt es für den Blutfluss weniger Widerstand. Durch die Erweiterung der Gefäße kann das Herz mehr sauerstoffangereichertes Blut zur Verfügung haben. Der Abbau der Kalziumkanalblocker geschieht zum größten Teil in der Leber.

    Welche sind die bekanntesten Kalzium-kanalblocker?

    Es gibt unzählige verschiedene Kalziumkanalblocker, darunter auch Generika.

    Valsartan, Lacidipin, Nitrendipin oder Diltiazem sind nur einige von von den bekanntesten Kalziumkanalblocker.

    Das mit Abstand bekannteste und auch meist genutzte ist Amlodipin. Der Hauptgrund, warum Amoldipin sich durchgesetzt hat, ist seine Halbwertszeit im Kreislaufsystem. Unter Halbwertszeit versteht man die Zeit, die vergeht, bis von einer gewissen Substanz nur noch die Hälfte vorhanden ist. 

    Amoldipin hat eine besonders lange Halbwertszeit, was bedeutet, dass im Grunde eine Einnahme pro Tag ausreicht, damit die Wirkung des Medikaments aufrechterhalten bleibt.

    Welche Nebenwirkungen haben Kalzium-kanalblocker?

    Kalziumkanalblocker können häufig Ödeme, also Schwellungen im Bereich der Beine auslösen.

    Des Weiteren können Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfungen, erhöhte Körpertemperatur (kein Fieber) zu schneller oder zu langsamer Herzschlag und allergische Reaktionen auftreten.

    Definitiv nicht geeignet ist die Einnahme des Medikaments für Schwangere, Personen, mit generell niedrigem Blutdruck, einer Herzerkrankung wie zum Beispiel Herzinsuffizienz oder bei einem akuten Herzinfarkt sowie Vorhofflimmern.

    Zusammengefasst:

    Bei Kalziumkanalblockern handelt es sich im Grunde nur um Arzneimittel, welche den Blutdruck reduzieren, indem sie den Einstrom von Kalziumionen in die Kalziumkanäle verhindern und so die Gefäßmuskulatur entspannen. Heutzutage sind Kalziumkanalblocker sichere Medikamente, die bei korrekter Einnahme sehr gut kontrollierbare Nebenwirkungen haben. Früher hatten die Medikamente sehr geringe Halbwertszeiten, was zu stetigen Schwankungen im Blutdruck führte, und so lebensgefährlich sein konnte. Dies hat sich mit Medikamenten wie Amlodipin deutlich geändert.

    1. Premature ejaculation: A comparative analysis between yoga and stop-start method – Makwana J J, Patil P J | www.researchgate.net
    2. How To Do The Start And Stop Method Step By Step | www.risingmaster.com
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