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Autor: Jens Weber
Autor: Jens Weber

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert:

Anleitung: Blutdruck richtig messen

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    blutdruck-messen

    Beim Blutdruckmessen wird  der Druck innerhalb der Arterien bestimmt.

    Der Blutdruck wird hauptsächlich durch die Pumpleistung des Herzens, durch die Fließeigenschaft des Blutes und durch die Eigenschaften der Blutgefäßwände beeinflusst. Als Ergebnis der Messung kommen dabei zwei Werte heraus – der systolische und der diastolische Blutdruck. Sie werden in der Einheit Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.

    Systole:

    Die Systole ist der obere Wert und beschreibt den höchsten Druck der in Gefäßen während der Anspannungsphase herrscht.

    Diastole:

    Die Diastole ist der genaue Gegensatz der Systole und ist der Druck während der Entspannungsphase in den Gefäßen.

    Der häufigste Grund, warum Menschen den Blutdruck messen, ist die Kontrolle auf Herzkreislauferkrankungen vorliegt oder nicht. Dies beinhaltet sowohl die Hypertonie (der Bluthochdruck) wie auch die Hypotonie (der niedrige Blutdruck).

    Weitere wichtige Gründe den Blutdruck zu messen sind:

    • Die Einnahme von Medikamenten, die sich auf den Blutdruck auswirken oder diesen beeinflussen können
    • Stürze
    • Schock
    • Hoher Flüssigkeitsverlust
    • Fieber
    • Blutzuckerentgleisungen
    • Schwankende Blutdruckwerte
    • Vor, nach und während belastenden Maßnahmen oder Eingriffe — wie zum Beispiel eine Operation

    Neben der persönlichen Blutdruckmessung findet die Messung auch durch ärztliches Personal statt. 

    Anlässe hierfür sind:

    • Bei einer Erstaufnahme
    • Bei einer Pflegevisite
    • Nach einem Krankenhausaufenthalt
    • Vor und nach Eingriffen, wie zum Beispiel einer Operation oder Endoskopie
    • Bei Umstellung von Blutdruckmedikamenten

    Anleitung: Blutdruck richtig messen

    Für eine Blutdruckmessung ist kaum Aufwand nötig, allerdings birgt eine frühzeitige Diagnose von Bluthochdruck für den Patienten enorme Vorteile. 

    Denn: Je früher Bluthochdruck festgestellt wird, desto eher können Folgeerkrankungen und Schädigungen der Blutgefäße verhindert werden.

    Im Folgenden erfahren Sie, wie der Blutdruck richtig gemessen wird und welche Methoden es zur Feststellung des Blutdruckes gibt.

    Automatische Messung am Oberarm

    Dabei wird die Blutdruckmanschette am Oberarm angelegt. Das Gerät wird angeschaltet und misst den Blutdruck automatisch. Der Wert wird anschließend auf dem Bildschirm angezeigt. 

    Diese Methode wird am häufigsten empfohlen, da es sehr präzise Blutdruckwerte ermittelt.

    Automatische Messung am Unterarm

    Bei dieser Methode wird das Gerät direkt an das Handgelenk angelegt, wo es dann automatisch, nach dem Einschalten, den Blutdruck misst.

    Diese Methode ist zwar einfach, aber weniger empfehlenswert. Das Gerät ist sehr empfindlich und führt daher oft zu Fehlmessungen. Der Vorgang muss häufig wiederholt werden, um genauere Daten zu erhalten.

    blutdruck-messen-unterarm-automatisch

    Die manuelle Methode

    Dies manuelle Messung beinhaltet eine Blutdruckmanschette und ein Stethoskop.

    Bei der manuellen Messung können einige Fehlerquellen auftreten, jedoch gilt sie trotz dessen als eine sehr sichere Methode den Blutdruck zu ermitteln.

    Wichtig dabei ist, die korrekte Ausführung zu berücksichtigen. Daher wird diese Ausführung oft nur von einem Arzt durchgeführt.

    Wie diese Methode genau funktioniert, erklären wir im folgenden Abschnitt. 

    blutdruck-messen-stethoskop

    Blutdruck mit Stethoskop messen: Anleitung

    • Der Arm sollte von Kleidung freigemacht werden.
    • Die Manschette sollte kontrolliert werden, ob sie luftleer ist und das Ventil muss anschließend zugedreht werden.
    • Daraufhin muss die Manschette zwei bis drei Fingerbreit am Oberarm über der Ellenbeuge angelegt werden. Dort wird sie beim Aufpumpen die Arteria brachialis zusammendrücken und somit den Blutfluss stoppen.
    • Unter Palpation der Arteria radialis wird die Manschette solange aufgepumpt, bis der Puls nicht mehr zu spüren ist.
    • Dann wird das Stethoskop in die Ellenbeuge gelegt und mit den Fingern festgehalten — Achtung: nicht mit dem Daumen festhalten.
    • Die Luft in der Manschette wird langsam über das Ventil abgelassen, wodurch die Werte ermittelt werden.
    • Wenn der Druck im Gefäß wieder den systolischen Wert erreicht hat, entsteht das erste Korotkow-Geräusch, welches den systolischen Wert gibt, der an dem Blutdruckmessgerät abgelesen werden kann.
    • Durch den Blutstrom entstehen weitere Klopfgeräusche.
    • Der zuletzt gehörte Ton ergibt den diastolischen Wert.
    • Danach fließt das Blut wieder ungehindert durch den Oberarm und gibt somit keine Klopfgeräusche mehr.
    • Nachdem die gesamte Luft aus der Manschette abgelassen wurde, wird sie wieder abgenommen und der Betroffene kann seine Kleidung wieder anziehen.

    Voraussetzungen beim Blutdruckmessen

    • 15 Minuten vor der Messung körperliche Anstrengung vermeiden.
    • Im Idealfall vor-, und während der Messung ruhig sitzen oder liegen.
    • Alles was eine Auswirkung auf den Blutdruck hat sollte ebenfalls vermieden werden.
    • Dazu zählen Alkohol, Zigaretten, Kaffee und Ähnliches.

    Die Position, die der Betroffene zur ersten Messung eingenommen hat, sollte für die darauffolgenden Male ebenfalls beibehalten werden.

    Das bedeutet, dass wenn die erste Messung im Liegen stattgefunden hat, sollte in Zukunft ebenfalls im Liegen gemessen werden, damit die Werte aussagekräftig und vergleichbar sind, da der Wert gegebenenfalls anders im Sitzen sein könnte.

    Der Raum in dem der Blutdruck gemessen wird sollte ruhig sein, damit die Pulsschläge deutlich gehört werden können und es somit ebenfalls nicht zu Fehlmessungen kommt.

    Den gleichen Arm wählen:

    Bei der Erstmessung sollte an beiden Armen gemessen werden. Der Arm der den höheren Wert hatte, sollte zukünftig für alle weiteren Blutdruckmessungen verwendet werden.

    Potentielle Fehler bei der Blutdruckmessung:

    • Es wird über der Kleidung gemessen oder die Kleidung schnürt den Arm ab
    • Das Stethoskop wird mit dem Daumen festhalten — dies führt dazu, dass der eigene Pulsschlag gehört wird
    • Enge, einschnürende Kleidung, die auf den Arm eindrückt oberhalb der Manschette
    • Zu schnelles Auf- und Abpumpen der Manschette
    • Falsche Manschettengröße
    • Körperliche Betätigung vor dem Messen

    Blutdruckdruckwerte richtig verstehen (Video)

    Sonderfall: Langzeitblutdruckmessung

    Langzeitblutdruckmessung

    Wenn der Arzt vermutet, dass es beim Patienten über den Tag verteilt zu Schwankungen des Blutdrucks kommen könnte, ordnet er für gewöhnlich eine Langzeitblutdruckmessung an, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Auch die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten kann auf diese Weise effektiv nachvollzogen werden.

    Bei der 24-Stunden-Blutdruckmessung wird der Patient an ein tragbares Gerät angeschlossen, welches den Blutdruck fortan dauerhaft aufzeichnet. Dabei werden die Werte nicht ständig aufgezeichnet, sondern lediglich ab und zu. Die Messung erfolgt hierbei wie bei einer oszillometrischen Blutdruckmessung. Nach 24 Stunden sucht man erneut den Arzt auf, der das Gerät wieder entfernt, an den Computer anschließt und anschließend auswertet.

    Damit die aufgezeichneten Werte nachvollzogen werden können, ist es unerlässlich, aufzuschreiben, wann es zu Besonderheiten im Alltag kam, die den Blutdruck massiv beeinflusst haben könnten.

    1. Measure Your Blood Pressure | cdc.gov
    2. How to check blood pressure by hand: Methods and tips | MedicalNewsToday
    3. Langzeit-Blutdruckmessung | CardioPraxis Vilshofen
    4. Langzeit Blutdruckmessung | Herzlexikon | BlutdruckDaten
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