Skip to main content
Autor: Daniela Schreiber
Autor: Daniela Schreiber

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert: 9. April 2020

Pickel ausdrücken oder nicht?

Einen Pickel auszudrücken ist häufig nicht nur erfolglos, sondern kann die Akne sogar verschlimmern.

Durch das aufdrücken von Pickel, können die Bakterien leichter in offene Wunden gelangen und dadurch noch mehr und schlimmere Pickel erzeugen.

Wenn Sie es dennoch nicht sein lassen können, möchten wir Ihnen erklären worauf Sie beim Pickel ausdrücken unbedingt achten sollten. 

Der feste Händedruck treibt Bakterien oftmals direkt in die offene Wunde. Überdies verbleiben meistens Talgreste im Talgdrüsenhaarfollikel, sodass sich sogleich wieder neue Pickel entwickeln.

Jeder Arzt wird bestätigen, dass das Ausdrücken eines Pickels nur die allerletzte Maßnahme sein darf und am besten immer vermieden werden sollte. Einen Pickel auszudrücken, kann eine Option sein, wenn Sie bestimmte Regeln befolgen und dadurch eine Infektion verhindern. Aber lassen Sie es nicht zur Angewohnheit werden, schon gar nicht in unsteriler Umgebung.

Seine nötige „Reife“ zeigt der Pickel dadurch an, dass sich das sehr oberflächennahe Bläschen bereits mit etwas Eiter angefüllt hat. Sitzt der Pickel noch zu tief unter der Haut, lassen Sie unbedingt die Finger davon.

Gewiss doch. Da wären zum Beispiel die Pickel an der Oberlippe, auf dem Nasenrücken sowie jene, die sich zwischen den Augen ansiedeln. Das Gefährliche daran ist, dass unter diesen Stellen Blutgefäße verlaufen, die direkt mit dem nahe gelegenen Gehirn in Verbindung stehen. Komplikationen in Folge des Ausdrückens von Pickeln können in schweren Fällen zu Hirnhautentzündung führen.

Fast jeder verspürt einen unwiderstehlichen Drang, daran herumzudrücken, wenn er einen kleinen Pickel unter seiner Haut entdeckt. Jeder meint zu wissen, dass es Tage oder Wochen dauern kann, wenn man den Pickel einfach nur sich selbst überlässt, doch wenn er ausgequetscht wird, erledigt sich die Sache in Sekundenschnelle.

So sehr Sie auch einen inneren „Pressdrang“ verspüren, tun Sie es nicht! Sie konterkarieren damit die natürlichen Heilungsmechanismen der Haut. Sie steigern so nur das Risiko einer Infektion, Verletzung und nachhaltigen Narbenbildung und das ist gewiss schlimmer als ein kleines, temporäres, hässliches Pickelchen.

Inhalt:
    Add a header to begin generating the table of contents
    Scroll to Top
    pickel-ausdruecken-oder-nicht

    Unterschied: Pickel, Mitesser & Akne

    Mitesser: Hierbei handelt es sich meistens um verstopfte, gerötete und zuweilen entzündete Poren. Daran ursächlich beteiligt sind oftmals abgestorbene Hautzellen, die aber noch recht festsitzen und die neue Haut darunter abdichten. Von außen ist dann in der Regel ein schwarzer Punkt zu sehen. Das ist kein Schmutz, sondern im Wesentlichen wird dies durch das Pigment Melanin hervorgerufen. Besonders häufig entstehen Mitesser auf der Stirn und an den Nasenflügeln.

    Schwarze Mitesser (Blackheads) werden auch als offene Mitesser bezeichnet. Ihre dunkle Verfärbung basiert auf einem chemischen Prozess. Der Mitesser kommt an seiner offenen Oberfläche mit Sauerstoff in Kontakt. Sein dunkles Erscheinungsbild geht auf die Oxidation des körpereigenen Farbstoffs Melanin zurück.

    Weiße Mitesser (Whiteheads) sind von Haut verschlossene Komedonen. Wenn der alte Talg im weißen Mitesser die dünne Hautschicht nicht von selbst durchbrechen kann, entwickelt sich meistens eine Entzündung. Da die Pore an der Oberfläche noch dicht verschlossen ist, sollte der weiße Mitesser möglichst nicht ausgedrückt werden. Es besteht immer die Gefahr, dass die auf der Haut vorhandenen Bakterien in tiefere Hautschichten hinein gedrückt werden, was zu heftigen Entzündungsreaktionen führen kann.

    Pickel: Auch in diesem Fall spielt die Verstopfung der Pore eine Rolle. Öl und Talg werden daran gehindert, in ausreichendem Maße abzufließen. Pickel können also aus Mitessern entstehen, wenn diese zusätzlich von Bakterien befallen werden. Die gute Nachricht ist, dass mit der richtigen Pflege gut gegen Pickel vorgegangen werden kann.

    Behandlung anstatt Pickel ausdrücken

    Besser als ausdrücken ist die richtige Behandlung der Pickel

    Ärztliche Behandlung

    Ziehen Sie einen Hautarzt zurate, um den Pickel in steriler Umgebung zu entfernen.

    Heiße Kompresse

    Verwendung einer heißen Kompresse: Sie wird die Schmerzen, die von einem entzündeten Pickel ausgehen können, deutlich reduzieren. Durch die Wärme öffnen sich die Poren und die Inhaltsstoffe treten selbstständig heraus.

    Rezeptfreie Mittel

    In der Apotheke erhalten Sie rezeptfreie Mittel gegen Pickel. Dadurch wird der Heilungsprozess deutlich beschleunigt. Diese Präparate enthalten meistens Salizylsäure, Schwefel und Benzoylperoxid.

    Hausmittel

    Gut bewährte Hausmittel sind:

    • Backsoda
    • Teebaumöl
    • Masken mit Aktivkohle (charcoal masks)
    • Wasserstoffperoxid

    blank

    Wie der Pickel richtig ausgedrückt wird

    Gewiss wollen Sie einen fühlbaren weißen oder schwarzen Mitesser, manchmal ist da auch die Rede von einem geschlossenen oder offenen Komedo, so schnell wie möglich loswerden.

    Hier geben wir Ihnen ein paar brauchbare Tipps, wie Sie die damit verbundenen Risiken minimieren können. Pickel sind an ihrer Oberfläche oftmals von einem Kranz verschiedener Bakterien umsäumt.

    Das kraftvolle Ausdrücken bewirkt dann, dass diese Bakterien in die tieferen Hautschichten gelangen. Folgen Sie daher den Anweisungen, wenn Sie meinen, den Pickel wirklich ausdrücken zu müssen.

    Weiße Mitesser

    Gemeint sind hier relativ große Mitesser, die erkennbar mit hellem Eiter unter einer noch verschlossenen Pore angefüllt sind. Wir gehen davon aus, dass Sie es schon mit Salizylsäure oder Benzoylperoxid probiert haben, denn deren antientzündliche Wirkung vereinfacht das weitere Vorgehen.

    Gründliches Händewaschen: So vermeiden Sie den Eintrag von Bakterien durch Ihre Hände.

    Sterilisieren Sie eine Nähnadel mit Reinigungsalkohol. Stechen Sie dann ganz vorsichtig unter einem schrägen Winkel in den breitesten Bereich des Pickels ein. Dies sollten Sie nicht einmal merken. Lassen Sie noch etwas Blut nachfließen, falls überhaupt etwas kommt, das ist gut.

    Verwenden Sie einen Wattebausch oder ein Gewebepflaster, in das der Pickel seinen Inhalt entleeren kann. Anstatt nun weiter zu drücken, wodurch Bakterien eindringen könnten, halten Sie die Haut lieber straff gespannt, sodass die unteren Hautschichten von unten her nachdrücken können.

    Sterilisieren Sie den ganzen Bereich um den Pickel mit einem antibakteriellen Trocknungsmittel wie Hamamelis.

    Schwarze Mitesser

    Wenn Eiter und Bakterien der Luft ausgesetzt sind, färbt sich das Ganze schwärzlich und es entstehen Pusteln, die auch als Blackheads bezeichnet werden. Da hierbei die Poren bereits geöffnet sind, sollte deren Extraktion sogar leichter vonstattengehen.

    Sie beginnen wieder mit der Anwendung von Salizylsäure oder Benzoylperoxid. Damit lösen Sie jeglichen eingedrungenen Schmutz oder Eiter, der ja nun entfernt werden soll.

    Die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen.

    Mit Wattestäbchen erzeugen Sie von zwei Seiten her einen leichten Druck gegen den Mitesser. Aber nicht von oben draufdrücken.

    Das Füllmaterial in der Pore sollte so leicht herauskommen. Falls nicht, sollten Sie mit dem Drücken besser aufhören.

    Verwenden Sie ein Adstringens wie Hamamelis oder Reinigungsalkohol, um das Umfeld des Pickels zu sterilisieren.

    Unbedingt vermeiden:

    Es gibt eine ganze Reihe von Malen, an denen Sie niemals herum quetschen sollten. Gemeint sind damit vor allem Furunkel, nässende Akne und Pickel, die sehr tief unter der Haut vorkommen.

    Wenn kein sichtbarer weißer oder schwarzer Mitesser vorhanden ist, stehen die Chancen, das Gebilde zu öffnen, ohnehin schlecht. Sie riskieren damit lediglich, dass tiefer liegende Hautschichten mit Bakterien oder Reizstoffen kontaminiert werden.

    Im Ergebnis erreichen Sie damit, dass der Heilungsprozess wesentlich länger dauert, weitere Pickel neu entstehen oder Ihr Gesicht bleibende Narben davonträgt.

    Quintessenz: Pickel ausdrücken lohnt sich nicht

    Drücken Sie nie in Eile an einem Pickel herum und schmieren Sie kein Make-up über einen geöffneten Pickel.

    Es gibt eine ganze Reihe von Pickeln und Pusteln, die Sie wirklich niemals selbst ausdrücken sollten. Wenn Sie häufiger Pickel auf der Haut feststellen, suchen Sie besser einen Hautarzt auf, der Ihnen die richtige Behandlung erklären wird.

    Verordnete Medikamente gegen Akne, eine Umstellung der Ernährung passend für Akne und gute Hautpflegeprodukte können  dabei helfen, dass es nicht mehr zu Akne-Ausbrüchen kommt.

    1. Mayo Clinic Staff. (2018). Over-the-counter acne products: What works and why.
      mayoclinic.org
    2. Pimple popping 101: How to safely zap your zits. (2018).
      health.clevelandclinic.org
    3. Pimple popping: Why only a dermatologist should do it. (n.d.).
      aad.org
    4. Nur ein paar Pickel? Gut beraten bei Akne – deutsche-apotheker-zeitung.de
    5. Pickel in der Pubertät: So lässt sich Akne gut behandeln – derma.de
    Share on facebook
    Facebook
    Share on google
    Google+
    Share on twitter
    Twitter
    Share on linkedin
    LinkedIn