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Autor: Daniela Schreiber
Autor: Daniela Schreiber

Medizinisch überprüft von Stephan Tietz
Aktualisiert:

Was ist Akne? Akneformen erklärt

Akne und dessen unterschiedliche Formen zählen zu den häufigsten Hautkrankheiten.

So gut wie jeder Jugendliche, aber auch viele Erwachsene leiden im Laufe ihres Lebens eine Zeit lang unter Pickeln, Mitessern und unreiner Haut.

Während die Krankheit bei den meisten Menschen von ganz alleine wieder verschwindet, quälen sich einige Menschen über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg mit dem lästigen Makel. 

Dabei probieren sie meist zahlreiche Behandlungsmethoden gegen Akne aus, um die Pickel und Mitesser endlich loszuwerden – manchmal mit Erfolg, manchmal leider auch ohne.

Akne ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Hautkrankheiten, die sich auf der einen Seite recht ähnlich sind, sich auf der anderen Seite in einzelnen Aspekten aber dennoch immens voneinander unterscheiden können.

Die Akne vulgaris („gewöhnliche Akne„) und Akne tarda („Erwachsenenakne„) haben dieselben Ursachen und Symptome. Lediglich der Zeitpunkt des Auftretens unterscheidet sich bei diesen beiden Varianten.

Bei Akne inversa handelt es sich hingegen um eine spezielle Sonderform, die andere Ursachen hat und ganz andere Hautbereiche betrifft. Im Gegensatz dazu tritt die sogenannte Kosmetik-Akne lediglich aufgrund von Umwelteinflüssen auf. 

Ja, diese vier genannten Varianten der Hautkrankheit sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Insgesamt existieren noch sehr viel mehr Sonderformen, deren Aufzählung an dieser Stelle jedoch den Rahmen sprengen würde.

Von Form zu Form existieren zwar Unterschiede bei Akne, allerdings können die meisten Varianten mit sichtbaren Mitessern, Pickeln, einer unreinen Haut im Generellen und Papeln charakterisiert werden.

Pickel und Mitesser entstehen grundsätzlich aufgrund einer Talgdrüsenüberfunktion.

Diese wird wiederum in den meisten Fällen durch eine erhöhte Konzentration von männlichen Sexualhormonen im Blut ausgelöst. Infolgedessen produzieren die Talgdrüsen der Haut vermehrt Talg und Hornmaterial, woraufhin die Hautkanäle nach und nach verstopfen.

Wenn die Kanäle aufplatzen oder manuell geöffnet werden, können Bakterien eindringen, die wiederum die Entstehung klassischer Pickel begünstigen.

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    akne-finnenausschlag-hautkrankheit

    Was ist Akne überhaupt?

    Im Gegensatz zum allgemeinen Volksglauben handelt es sich bei Akne nicht um eine spezielle Hautkrankheit, die hauptsächlich die Gesichtshaut betrifft, sondern um einen Sammelbegriff für verschiedene Hauterkrankungen.

    Diese Erkrankungen haben alle eines gemeinsam: Sie betreffen den Talgdrüsenapparat und die Haarfollikel.

    Obwohl sich die verschiedenen Formen der Akne unterscheiden, beginnen alle Formen mit der Entstehung von nichtentzündlichen Mitessern. Wenn diese geöffnet werden und sich aufgrund der Anwesenheit von Bakterien entzünden, entstehen die klassischen Pickel, die man mit dem Begriff Akne üblicherweise verbindet.

    Akneformen erklärt

    Es gibt zahlreiche Formen der Akne, die sich enorm voneinander unterscheiden. Die Unterschiede betreffen beispielsweise die Hautregionen, die Ausprägung der Symptome und die Ursachen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Varianten kurz vor.

    Akne vulgaris („Gewöhnliche Akne„)

    Bei Akne vulgaris handelt es sich um die gewöhnliche Form der Akne, die hauptsächlich während der Pubertät auftritt.

    Akne vulgaris ist eine der am weitesten verbreiteten Hautkrankheiten überhaupt, die in leichten, mittleren und stark ausgeprägten Varianten auftreten kann.

    Die Entstehung der Mitesser wird dabei durch starke Hormonschwankungen begünstigt. Diese Hormonschwankungen sorgen dafür, dass die Konzentration der männlichen Sexualhormone (sogenannte Androgene) im Organismus ansteigt. Dadurch wird gleichzeitig die Talgproduktion der Haut angeregt. Aufgrund des enormen Talgüberschusses kann der Organismus den Abtransport nicht mehr bewerkstelligen, weshalb die Poren mit Talg verstopfen. Es entstehen Mitesser.

    Früher oder später platzen diese Mitesser automatisch oder mit etwas Nachhilfe auf, kommen in Kontakt mit Bakterien und entzünden sich dadurch. Es entsteht ein sogenannter „blühender Pickel“ – ein typisches Bild bei Akne-Patienten.

    Akne vulgaris verschwindet nach der Pubertät normalerweise von ganz alleine wieder, da sich der Hormonhaushalt im jungen Erwachsenenalter wieder eingependelt. Es gibt allerdings Sonderfälle, in denen die Hauterkrankung zurückkehren kann (Absetzen der Antibabypille, Schwangerschaft, Wechseljahre usw.). Dann allerdings unter einem anderen Begriff, den wir Ihnen im folgenden Abschnitt nahe bringen.

    Akne tarda („Erwachsenenakne„)

    Akne tarda ist das Pendant zu Akne vulgaris im Erwachsenenalter.

    Die Hauterkrankung tritt vor allem bei Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Die Ursache ist hierbei dieselbe wie bei Akne vulgaris: Starke Hormonschwankungen, die die Konzentration der männlichen Sexualhormone im Blut erhöhen.

    Akne tarda wird vermutlich nicht nur durch bestimmte Events – wie beispielsweise das Absetzen der Antibabypille – ausgelöst, sondern auch durch chronischen Stress und bestimmte Medikamente – beispielsweise Mittel gegen Epilepsie oder Antidepressiva. Auch die Ernährung kann bei Akne eine wichtige Rolle spielen.

    Akne inversa

    Akne inversa ist eine schwere Sonderform innerhalb der Familie der Akne-Erkrankungen.

    Akne inversa betrifft fast ausschließlich die Achselhöhlen, den Genitalbereich und die Leistenregion. Grundsätzlich sind also vor allem Hautfalten gefährdet. In diesen Bereichen kann es durch die Akne zur Entstehung von Abszessen, Fisteln und großflächigem Befall kommen.

    Diese Form der Akne nimmt den Patienten nicht nur auf körperlicher Ebene stark mit, sondern auch psychisch. Nicht selten mündet die Erkrankung in einer sozialen Isolation, da betroffene Patienten den Kontakt mit anderen Menschen meiden.

    Zwar können frühe Stadien von Akne inversa mit antibiotischen Cremes behandelt werden, allerdings wird die Hauterkrankung in den meisten Fällen erst sehr spät diagnostiziert. In späten Stadien sind mehrere Operationen meist unumgänglich. Das Risiko, dass Akne inversa zurückkehrt, ist außerdem recht hoch.

    Akne inversa wird von Ärzten in den meisten Fällen erst sehr spät erkannt, da es sich – glücklicherweise – um eine sehr seltene Form der Akne handelt. Betroffen sind überwiegend Frauen.

    Akne cosmetica („Kosmetik-Akne„)

    Akne cosmetica – auch Kosmetik-Akne genannt – hat nichts mit dem Hormonhaushalt des Patienten zu tun.

    Viel mehr sind bestimmte Kosmetika, Makeups und andere Hautpflegeprodukte für die Entstehung der Pickel verantwortlich – bzw. genauer gesagt bestimmte Inhaltsstoffe dieser Produkte. Hierbei handelt es sich deshalb um eine klassische allergische Reaktion des Körpers.

    Akne cosmetica kann relativ problemlos behandelt werden. Antibiotische Cremes sorgen für ein besseres Hautbild, Antihistaminika dämmen die allergische Reaktion des Körpers ein.

    Viel wichtiger ist herauszufinden, wodurch diese Form der Akne ausgelöst wird. Glücklicherweise kann man dies in Kooperation mit einem Dermatologen recht einfach herausfinden. Typische Inhaltsstoffe, die für eine allergische Reaktion sorgen können, werden in geringen Mengen auf die Haut gegeben. Danach beobachtet der Arzt die Reaktion der jeweiligen Hautpartien und findet somit heraus, worauf der Patient im Detail allergisch reagiert.

    Akne cosmetica ist fast ausschließlich ein rein weibliches Problem. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Betroffen ist hauptsächlich die Altersgruppe von 20 bis 50 Jahren, da sich der Gebrauch entsprechender Pflegeprodukte in diesem Alter konzentriert.

    Weitere Akne Formen

    Die bisher vorgestellten Formen der Akne sind relativ weit verbreitet und stellen die wichtigsten Varianten dar. Nichtsdestotrotz kann man dabei noch feinere Abstufungen vornehmen, die wir Ihnen im Folgenden nicht vorenthalten möchten:

    Die Symptome der Akne

    Auf den ersten Blick scheint sich kaum eine Krankheit so leicht identifizieren zu lassen, wie Akne. Doch bei den unterschiedlichen Erscheinungen auf der Haut müssen weitere feine Unterscheidungen getroffen werden. Betroffen ist in erster Linie das Gesicht, wobei sich entsprechende Symptome auch auf Brust oder Rücken zeigen können.

    Acne comedonica

    Leichte Akne (Acne comedonica)

    Bei der leichten Form der Akne kommt es zumeist zu einer hohen Zahl an Komedonen. Hinzu kommen Mitesser mit meist rötlicher Färbung, die sich in der T-Zone über Kinn, Nase und Stirn befinden. Die Acne comedonica hinterlässt in der Regel keine Narben. Häufig verschwenden die Symptome wieder nach der Pubertät

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    Mittelschwere Akne (Acne papulopustulosa)

    Bei der mittelschweren Form der Akne treten viele Mitesser und Papeln im Gesicht auf. Hinzu kommen Bläschen der Haut, die oft sogar mit Eiter gefüllt sind. Zusätzlich kann sich die Erkrankung in der Folge auch auf Brust, Rücken und die Arme ausweiten. Bleibt eine Behandlung aus, kann es zudem zur Vernarbung der Infektionen tieferer Hautschichten kommen.

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    Schwere Akne (Acne conglobata)

    Aufgrund des hohen Testosteronspiegels sind in erster Linie junge Männer von der schweren Akne betroffen. Sie zeichnet sich durch starke Pusteln und schmerzhafte Knoten aus, hinzu kommen oft die Symptome der Acne papulopustulosa. Eine Behandlung ist dringend erforderlich.

    Ursachen für Akne

    Die größte Ursache für die Akne sind die Hormone. Häufig ist ein erhöhter Testosteronspiegel schuld an der Entstehung von Akne.

    Darum können auch starke Antibabypillen wie die Diane 35 gegen Akne eingesetzt werden. Sie erhöhen den Östrogen Wert und senken das Testosteron. Auch Personen die sich durch zusätzliches Testosteron im Bodybuilding Vorteile verschaffen wollen, leiden häufig unter starker Akne aufgrund der zusätzlichen Hormone. Diese Art der Akne wird auch Steroidakne oder Doping-Akne genannt. Diese Akneform zählt zu der Akne medicamentosa.

    Auch wenn der Hormonhaushalt in den meisten Fällen für die Akne verantwortlich gemacht werden kann, gibt es einige Ausnahmen.

    Ebenfalls zur Entstehung von Mitessern und Pickeln führen können:
    • Medikamente
    • Nikotin
    • Alkohol
    • Kosmetik/Hautpflegeprodukte
    • Ernährung
    • Stress
    • Genetik
    • Umwelteinflüsse
    • UV-Strahlung

    Welche Folgen hat Akne für den Patienten?

    Akne kann zu einer enormen psychischen Belastung werden, die manche Menschen sogar in eine Art soziale Isolation treibt.

    Besonders fatal: Häufig endet das Martyrium des Patienten nicht einmal dann, wenn die Pickel erfolgreich behandelt und aus dem Gesicht verbannt wurden. Es bleiben sogenannte Aknenarben übrig, die die Funktion der Haut einschränken und sich aufgrund ihres Aussehens ebenfalls negativ auf die Psyche auswirken.

    Im Artikel über Aknenarben zeigen wir Ihnen, wie Sie die Entstehung von Aknenarben bereits im Vorfeld verhindern können. Außerdem stellen wir Ihnen Möglichkeiten vor, wie Sie das Erscheinungsbild solcher Narben zumindest abschwächen können, damit diese nicht mehr so stark auffallen.

    Wie wird Akne behandelt?

    Glücklicherweise existieren heutzutage zahlreiche Behandlungsmethoden gegen Akne, um das Erscheinungsbild  abzuschwächen oder die Krankheit gänzlich aus dem Körper zu verbannen. Ob sich dabei ein Erfolg einstellt, hängt unter anderem mit den Ursachen der Akne zusammen.

    Des Weiteren spielt bei der Wahl der richtigen Behandlungsmethode die Schwere der Hauterkrankung eine wichtige Rolle. Während leichte Formen häufig nur mit CremesGels und Peelings behandelt werden, müssen bei schweren Formen oft schwere Geschütze in Form von Medikamenten gegen Akne aufgefahren werden. Zusätzlich existieren einige umstrittene Behandlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Lichttherapie.

    Am häufigsten verschreiben Ärzte bei starker Akne ein Breitbandantibiotikum wie Tetracyclin (Oxytetracyclin) oder Doxycyclin. Auch Antibabypillen wie die Diane 35 oder Maxim Pille werden gelten bei Frauen als sehr effektiv. 

    Bei den einfachen Formen der Akne ist es oft gar nicht notwendig, eine Behandlung in die Wege zu leiten. Stattdessen kann sich die Haut oft selbst regenerieren, gegebenenfalls können freiverkäufliche Mittel zur Unterstützung hinzugezogen werden.

    Handelt es sich dagegen um eine mittelschwere oder gar schwere Akne, so ist eine medizinische Behandlung  der Akne dringend erforderlich.

    Da die Akne in dieser Form Narben hinterlassen und psychisch sehr belastend sein kann, sollte eine medizinische Behandlung möglichst zügig eingeleitet werden.

    Der Arzt entscheidet nach den Symptomen, welche Medikamente zur Behandlung der Akne eingesetzt werden können.

    Mit Cremes, Gels und Tinkturen können die Entzündungen der Haut eingedämmt werden. Hinzu kommt die Abtötung der Bakterien, wodurch sich das Hautbild immer weiter verbessert.

    Äußerlich angewendete Mittel zielen zudem darauf ab, die Bildung von Talg in den Poren weiter einzudämmen. Sie müssen dafür allerdings über einen Zeitraum von mehreren Wochen täglich eingesetzt werden, um eine Besserung des Hautbilds erfahren zu können.

    Bei einer schweren Form der Akne ist eine rein innerliche Behandlung oft nicht mehr ausreichend. Deshalb wird mit Antibiotika auch gegen die Bakterien gearbeitet, die für die Akne verantwortlich sein können.

    1. Akne und die verschiedenen Arten auf Wikipedia – de.wikipedia.org
    2. Akne & Pickel: Ursachen & Formen – netdoktor.at
    3. Acne: Causes, Risk Factors, and Treatment – Healthline
    4. Acne. (n.d.). aad.org
    5. Mayo Clinic Staff. (2018). Acne. mayoclinic.org
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